gruenderfinanz.de https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/ Thu, 18 Jun 2026 06:25:04 +0000 de-DE hourly 1 Betriebliche Krankenversicherung (bKV) – ein Ratgeber für Arbeitgeber https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/betriebliche-krankenversicherung-bkv-ein-ratgeber-fuer-arbeitgeber https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/betriebliche-krankenversicherung-bkv-ein-ratgeber-fuer-arbeitgeber#comments Thu, 02 Apr 2026 15:51:00 +0000 bKV betriebliche Krankenversicherung Benefits https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/betriebliche-krankenversicherung-bkv-ein-ratgeber-fuer-arbeitgeber Weiterlesen

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Der umfassende Ratgeber für Arbeitgeber: Funktionsweise, Steuervorteile, Mitarbeiterbindung und Auswahl des richtigen Tarifs

Die betriebliche Krankenversicherung – kurz bKV – zählt zu den am schnellsten wachsenden Mitarbeiter-Benefits in Deutschland. Was früher als Privileg großer Konzerne galt, ist heute für Unternehmen jeder Größe zugänglich: von der kleinen Agentur mit fünf Mitarbeiter:innen bis zum Mittelständler mit mehreren Standorten. Und doch zögern viele Gründer:innen und Geschäftsführer:innen noch. Häufig aus dem Gefühl heraus, dass so etwas "zu kompliziert" sei oder sich erst ab einer gewissen Unternehmensgröße rechne.

Dieses Gefühl ist nachvollziehbar, aber falsch. Die bKV ist ein handfester, steuerlicher und personalstrategischer Hebel, der sich in vielen Fällen bereits ab der ersten oder zweiten Stelle rechnet. Sie gibt deinen Mitarbeitenden etwas, das sie wirklich spüren – im Alltag, nicht erst beim Jahresgespräch. Und sie erlaubt dir als Arbeitgeber:in, echten Mehrwert zu schaffen, ohne dass der gesamte Vorteil durch Steuern und Abgaben aufgerieben wird.

Dieser Ratgeber erklärt alles, was du als Arbeitgeber:in über die bKV wissen musst: wie sie funktioniert, welche Modelle es gibt, was sie steuerlich bedeutet, wann sie sich lohnt und wie du sie in deinem Unternehmen einführst. Wir gehen bewusst in die Tiefe, weil oberflächliche Informationen bei einem Thema mit steuerrechtlicher Relevanz nichts nützen.


Was ist die betriebliche Krankenversicherung?

Die bKV ist eine Gruppenversicherung, die der Arbeitgeber für seine Mitarbeitenden abschließt. Du bist Versicherungsnehmer, deine Mitarbeitenden sind die versicherten Personen. Die bKV ergänzt die bestehende Krankenversicherung – egal ob GKV oder PKV – um Zusatzleistungen, die dort standardmäßig nicht enthalten sind. Sie ist keine Pflichtversicherung, sondern ein freiwilliger Benefit.

Der wesentliche Unterschied zur klassischen Zusatzversicherung, die sich Mitarbeitende privat abschließen: Der Arbeitgeber trägt die Kosten, der Abschluss erfolgt kollektiv für das gesamte Team oder definierte Gruppen, und in vielen Tarifen entfällt die individuelle Gesundheitsprüfung vollständig. Das macht die bKV besonders attraktiv, weil sie auch Mitarbeitenden zugute kommt, die sich aufgrund von Vorerkrankungen keine erschwingliche Einzellösung leisten könnten.


Welche Leistungen kann eine bKV umfassen?

Der Leistungsumfang hängt vom gewählten Tarif und Anbieter ab. Typische Bausteine sind:

  • Zahnbehandlungen und hochwertiger Zahnersatz, oft mit 70–90 % Erstattung
  • Sehhilfen: Brillen, Kontaktlinsen, Laser-Augenoperationen (Lasik)
  • Heilpraktiker- und Naturheilkundeleistungen
  • Stationäre Extras: Chefarztbehandlung, Zweibettzimmer oder Einbettzimmer, freie Krankenhauswahl
  • Vorsorgeuntersuchungen über den gesetzlichen Katalog hinaus (z. B. Krebsfrüherkennung, Blutbilder)
  • Psychologische Beratung und Mental-Health-Leistungen (zunehmend Standard)
  • Physiotherapie, Osteopathie, Ergotherapie
  • Arzneimittel und Hilfsmittel mit Eigenanteil


Gesundheitsbudget-Modell vs. klassische Tarifbausteine

Es gibt zwei grundlegende Modelle: Das klassische Bausteinmodell versichert definierte Leistungsarten, zum Beispiel Zahn bis 80 %, stationär Chefarzt. Das modernere und heute verbreitetere Modell ist das Gesundheitsbudget: Jede:r Mitarbeiter:in erhält ein jährliches Guthaben, häufig zwischen 300 und 600 Euro und reicht Belege für beliebige Gesundheitsleistungen beim Versicherer (z.B. per App) ein, solange sie im Leistungskatalog des Versicherers enthalten sind.

Das Budget-Modell ist in der Praxis meist beliebter, weil es jedem Mitarbeitenden erlaubt, den Benefit so zu nutzen, wie er oder sie es am meisten braucht. Wer regelmäßig zum Heilpraktiker geht, nutzt das Budget anders als jemand, der eine neue Brille benötigt oder physiotherapeutische Behandlungen bekommt. Die wahrgenommene Wertigkeit des Benefits steigt dadurch deutlich.


Steuerliche Vorteile: Wie die bKV steuerlich funktioniert

Das Steuerrecht ist der eigentliche Trumpf der bKV. Richtig gestaltet, kannst du deinen Mitarbeitenden einen spürbaren Vorteil verschaffen, ohne dass der Großteil davon durch Abgaben aufgerieben wird, ganz im Gegensatz zur klassischen Gehaltserhöhung.


Sachbezugsfreigrenze: 50 Euro pro Monat und Person

Die entscheidende Grundlage ist § 8 Abs. 2 EStG. Arbeitgeberbeiträge zu einer bKV gelten als Sachbezug, wenn du sie direkt an den Versicherer zahlst und nicht als Barzuschuss an die Mitarbeitenden selbst. Für Sachbezüge gilt eine monatliche Freigrenze von 50 Euro pro Person, das sind 600 Euro im Jahr.

Innerhalb dieser Grenze fallen weder Lohnsteuer noch Sozialversicherungsbeiträge an. Weder für dich als Arbeitgeber:in noch für deine Mitarbeiter:innen. Das ist ein erheblicher Unterschied zur Gehaltserhöhung. Dort verbleiben nach Steuer und Sozialabgaben häufig nur 45–55 % netto beim Mitarbeitenden. Beim steuerfreien Sachbezug kommt der volle Betrag an.

Beispielrechnung: Sachbezug vs. Gehaltserhöhung
Gehaltserhöhung brutto 600 €/Jahr → Arbeitgeberkosten ca. 715 € (inkl. AG-Anteil SV)
→ Nettovorteil Mitarbeiter:in: ca. 330–360 €
bKV als Sachbezug 600 €/Jahr → Arbeitgeberkosten: 600 € (als Betriebsausgabe)
→ Nettovorteil Mitarbeiter:in: 600 € in Gesundheitsleistungen
Ergebnis: Der Nettovorteil ist bei der bKV fast doppelt so hoch – bei niedrigeren Arbeitgeberkosten


§ 3 Nr. 34 EStG: Zusätzliche 600 Euro für Gesundheitsförderung

Neben dem Sachbezug gibt es einen zweiten, unabhängig nutzbaren steuerlichen Topf: Nach § 3 Nr. 34 EStG können Arbeitgeber bis zu 600 Euro pro Mitarbeiter:in und Jahr für Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung steuer- und sozialabgabenfrei leisten. Voraussetzung ist, dass die Maßnahmen von den Krankenkassen als förderfähig anerkannt werden. Das betrifft zum Beispiel Kurse zu Stressmanagement, Rückenschule, Ernährungsberatung oder Suchtprävention.

Dieser Topf ist vom Sachbezug vollständig unabhängig. Wer beide Regelungen kombiniert, kann seinen Mitarbeitenden bis zu 1.200 Euro jährlich an steuerfreien Gesundheitsleistungen ermöglichen, ohne Lohnsteuer, ohne Sozialabgaben auf Arbeitgeber- oder Arbeitnehmerseite.


Die 50-Euro-Grenze ist eine Freigrenze – Vorsicht bei Kombinationen

Wichtig: Die 50-Euro-Grenze ist eine Freigrenze, kein Freibetrag. Das bedeutet: Wenn du sie auch nur um einen Cent überschreitest – auch zusammen mit anderen Sachbezügen wie einem Jobticket, Essensgutscheinen oder Tankgutscheinen –, entfällt die Steuerfreiheit für den gesamten Sachbezug im jeweiligen Monat. Eine präzise Planung ist daher essenziell. Du solltest alle Sachbezüge, die du deinen Mitarbeitenden gewährst, im Gesamtblick halten und sicherstellen, dass du 50 Euro pro Monat nicht überschreitest.

Wer auf Nummer sicher gehen will, wählt bKV-Tarife mit einem Monatsbeitrag, der deutlich unter 50 Euro liegt und lässt idealerweise einen Steuerberater prüfen, welche anderen Sachbezüge im Unternehmen parallel laufen.


bKV als Instrument für Mitarbeiterbindung und Employer Branding

Ein wettbewerbsfähiges Gehalt ist die Grundvoraussetzung, aber kein Differenzierungsmerkmal mehr. In einem Markt, in dem qualifizierte Fachkräfte zwischen mehreren Angeboten wählen können, entscheidet zunehmend das Gesamtpaket. Und da macht die bKV einen echten Unterschied.

Der entscheidende Vorteil gegenüber vielen anderen Benefits: Die bKV ist im Alltag erlebbar. Mitarbeitende, die beim Zahnarzt sitzen, beim Heilpraktiker sind oder eine neue Brille kaufen, merken direkt, dass ihr Arbeitgeber etwas tut. Das ist kein abstrakter Rentenbaustein, der erst in 30 Jahren relevant wird. Das ist ein Benefit, der jetzt wirkt.

Studien aus dem HR-Bereich zeigen konsistent, dass Mitarbeitende, die das Gefühl haben, dass ihr Arbeitgeber aktiv in ihre Gesundheit investiert, eine höhere Bindung ans Unternehmen zeigen. Die Wechselbereitschaft sinkt, die Zufriedenheit steigt. In Branchen mit hoher Fluktuation (z.B. Tech, Marketing, Gastronomie, Healthcare, Handwerk) kann das einen messbaren Unterschied machen.

Hinzu kommt der strategische Nebeneffekt: Mitarbeitende, die regelmäßig vorsorgen und Beschwerden frühzeitig behandeln lassen, sind nachweislich seltener über längere Zeiträume krank. Weniger Fehltage bedeuten weniger Produktionsausfall, weniger Mehrarbeit für das restliche Team, weniger Recruiting-Kosten durch Fluktuation. Der ROI der bKV ist also nicht nur weich und emotional, er ist auch betriebswirtschaftlich messbar.

Auch im Recruiting zahlt die bKV ein. Stellenausschreibungen, die bKV explizit nennen, erzielen in der Praxis höhere Klickraten und qualitativ bessere Bewerbungen. Wer seinen Kandidat:innen im Erstgespräch sagen kann: "Wir bieten euch ein Gesundheitsbudget von 600 Euro im Jahr, vollständig steuerfrei", der hat in vielen Fällen einen echten Vorteil gegenüber Mitbewerber:innen, die das nicht bieten.


Für wen lohnt sich die bKV?

Die kurze Antwort: für deutlich mehr Unternehmen, als es auf den ersten Blick scheint. Die bKV ist keine Großkonzernlösung. Viele Versicherer bieten Gruppenverträge bereits ab einer kleinen Zahl von Mitarbeitenden an. Manche schon ab einer Person, wenn es sich um eine Gesellschafter-Geschäftsführerin handelt.

Besonders geeignet bist du als Unternehmen, wenn...

  • du GKV-versicherten Mitarbeiter:innen das Serviceniveau der Privatmedizin ermöglichen willst, ohne dass sie eine eigene Zusatzversicherung abschließen müssen
  • du steuereffiziente Wege suchst, Mitarbeitende über das Gehalt hinaus zu vergüten
  • du dein Benefits-Paket professionalisieren und im Recruiting klar kommunizieren möchtest
  • du in einer Branche mit hoher Fluktuation tätig bist und Mitarbeitende langfristig binden willst
  • du als Arbeitgeber:in eine Unternehmenskultur aufbauen willst, in der Gesundheit und Wohlbefinden einen echten Stellenwert haben
  • du Mitarbeitenden mit Vorerkrankungen eine Absicherung ermöglichen willst, die am Privatmarkt nicht oder nur zu sehr hohen Konditionen verfügbar wäre


Und was ist mit Gesellschafter-Geschäftsführern?

Auch für Gesellschafter-Geschäftsführer:innen kann die bKV interessant sein. Die steuerliche Behandlung ist jedoch davon abhängig, ob es sich um eine beherrschende oder nicht beherrschende Beteiligung handelt und ob der Benefit auch allen anderen vergleichbaren Mitarbeitenden angeboten wird. Hier lohnt sich eine individuelle Beratung, bevor der Vertrag abgeschlossen wird.

Als Faustregel gilt: Je größer das Team, desto unkritischer die steuerliche Behandlung, weil der Benefit dann eindeutig für alle und nicht nur für die Inhaberin oder den Inhaber gilt.


bKV einführen: So läuft die Implementierung ab

Die gute Nachricht: Die Einführung einer bKV ist in den meisten Fällen deutlich weniger aufwendig als erwartet. Wenn du mit einem unabhängigen Makler arbeitest, übernimmt dieser den Großteil der Prozessschritte. Trotzdem hilft es, zu wissen, was auf dich zukommt.

Schritt 1: Analyse und Tarifvergleich

Bevor ein Vertrag abgeschlossen wird, sollte der Bedarf geklärt werden: Wie viele Mitarbeitende sollen versichert werden? Gibt es besondere Leistungsschwerpunkte, die das Team besonders schätzt? Zahn? Sehhilfen? Mental Health? Welches monatliche Budget steht pro Person zur Verfügung? Auf dieser Basis vergleicht ein Makler die am Markt verfügbaren Tarife nach Preis, Leistungsumfang und Beitragsstabilität.


Schritt 2: Gesundheitsprüfung oder deren Wegfall

Viele bKV-Tarife verzichten bei Gruppenverträgen komplett auf die Gesundheitsprüfung oder beschränken sie auf wenige Pflichtangaben. Das ist ein erheblicher Vorteil: Mitarbeitende mit Vorerkrankungen, die sich am Einzelmarkt keine erschwingliche Zusatzversicherung leisten könnten, sind damit einfach mit dabei. In manchen Tarifen gibt es Wartezeiten, diese solltest du vor Vertragsabschluss kennen.


Schritt 3: Vertrag abschließen und Mitarbeitende informieren

Nach dem Tarifabschluss wird die bKV in der Regel schnell aktiv, oft innerhalb weniger Tage. Dann kommt der kommunikative Teil: Mitarbeitende müssen wissen, was sie haben, wie sie es nutzen und wo sie Belege einreichen. Ein kurzes Informationsschreiben oder eine Infosession mit dem Anbieter sorgen dafür, dass der Benefit auch wirklich genutzt wird. Denn ein Benefit, von dem niemand weiß oder den niemand versteht, bindet niemanden.


Schritt 4: Laufende Verwaltung

Im laufenden Betrieb ist der Verwaltungsaufwand gering. Ein- und Austritte müssen dem Versicherer gemeldet werden, die Monatsbeiträge laufen als Lastschrift. In manchen Tarifen kommunizieren Mitarbeitende direkt mit dem Versicherer über eine App oder ein Portal. Dein Aufwand als Arbeitgeber beschränkt sich auf die Datenpflege.


Worauf du bei der Auswahl eines bKV-Tarifs achten solltest

Nicht jede bKV ist gleich. Die Unterschiede zwischen Tarifen – und zwischen Anbietern – sind erheblich. Wer hier nur auf den monatlichen Beitrag schaut, riskiert, in ein paar Jahren einen Tarif zu haben, der mehr Frust als Freude bringt.


Leistungsumfang und Ausschlüsse

Ein günstiger Tarif, der auf dem Papier gut aussieht, kann im Detail erhebliche Lücken haben. Prüfe: Welche Leistungsarten sind wirklich enthalten? Gibt es Erstattungshöchstgrenzen, die in der Praxis selten ausgeschöpft werden? Sind Leistungen wie Psychotherapie oder Heilpraktiker fest enthalten oder nur optional zubuchbar? Werden laufende Behandlungen oder Vorerkrankungen ausgeschlossen?


Beitragsstabilität

Die Beiträge einer bKV können sich im Laufe der Zeit ändern. Anbieter mit einer Geschichte starker jährlicher Beitragserhöhungen sind langfristig weniger attraktiv, sowohl für dich als Arbeitgeber:in als auch für deine Mitarbeitenden, die sich auf den Benefit verlassen. Frage gezielt nach der Beitragsentwicklung der letzten fünf Jahre.


Digitale Abwicklung

Wie reichen Mitarbeitende Belege ein? Per App, per Webportal oder per Post? Wie lange dauert die Erstattung? In der modernen Arbeitswelt ist die App-Erfahrung ein echter Qualitätsfaktor. Ein Anbieter, bei dem Belege noch postalisch eingereicht werden müssen, wird in der Praxis weniger genutzt und ein nicht genutzter Benefit bindet auch niemanden.


Portierbarkeit bei Jobwechsel

Was passiert mit dem Vertrag, wenn jemand das Unternehmen verlässt? In vielen Tarifen haben Mitarbeitende das Recht, die Versicherung als Einzelvertrag weiterzuführen. Oft ohne erneute Gesundheitsprüfung. Das ist ein echtes Argument im Recruiting: Die bKV ist nicht "weg", wenn jemand geht, sondern kann nahtlos mitgenommen werden.


Exklusivklauseln und Wartezeiten

Manche Tarife enthalten Klauseln, die Leistungen für neue Mitarbeitende in den ersten Monaten einschränken. Das kann sinnvoll sein, um Missbrauch zu vermeiden, aber du solltest diese Wartezeiten kennen und beim Onboarding neuer Mitarbeitenden kommunizieren.


Häufige Fragen zur bKV

Können auch Minijobber von der bKV profitieren?

Ja. Auch Mitarbeitende auf 520-Euro-Basis können in die bKV eingeschlossen werden. Wichtig ist, dass die Sachbezugsfreigrenze eingehalten wird. Für Minijobber gelten bei der Lohnsteuer eigene Regelungen (Pauschalversteuerung), was die Einbindung in die bKV-Prüfung komplexer macht. Hier lohnt ein kurzer Check mit dem Steuerberater.


Muss ich alle Mitarbeitenden versichern oder kann ich nur bestimmte Gruppen einschließen?

Du kannst sachlich begründete Gruppen bilden, zum Beispiel nach Beschäftigungsart, Abteilung oder Zugehörigkeitsdauer. Was du nicht tun darfst: einzelne Personen willkürlich aus- oder einschließen. Der Gleichbehandlungsgrundsatz gilt. Ein Makler kann dir helfen, sinnvolle und rechtssichere Gruppenkriterien zu definieren.


Was passiert, wenn ein Mitarbeitender krank ist und austritt?

Der Versicherungsschutz endet in der Regel mit Austritt aus dem Unternehmen. Laufende Behandlungen, die vor dem Austritt begonnen wurden, werden je nach Vertrag noch für einen definierten Zeitraum weiter erstattet. Auch hier variieren die Konditionen je nach Anbieter erheblich. Ein weiteres Argument für einen sorgfältigen Tarifvergleich vorab.


Wie verhält sich die bKV gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung?

Die bKV ergänzt die GKV, ersetzt sie nicht. GKV-Mitglieder behalten ihren gesetzlichen Versicherungsschutz und erhalten durch die bKV Zugang zu Leistungen, die die GKV nicht abdeckt oder nicht vollständig erstattet. Für PKV-versicherte Mitarbeitende funktioniert die bKV analog – als Ergänzung, nicht als Ersatz.


Kann ich die bKV auch für mich als Geschäftsführerin nutzen?

Das hängt von deiner gesellschaftsrechtlichen Stellung ab. Als GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer:in mit beherrschender Stellung gelten besondere Anforderungen an die Fremdüblichkeit. Du musst den Benefit auch anderen Mitarbeitenden in vergleichbarer Position anbieten, damit er steuerlich als Sachbezug anerkannt wird. In der Praxis ist das gut handhabbar, erfordert aber eine sorgfältige Gestaltung.


Fazit: Die bKV ist mehr als ein Nice-to-have

Die betriebliche Krankenversicherung ist kein Luxus und kein Konzernthema. Sie ist ein ausgereiftes, steuerlich attraktives und personalstrategisch wirksames Instrument für Unternehmen, die mehr wollen als ein Standardgehalt. Die Kombination aus Steuerfreiheit, echtem Mehrwert für Mitarbeitende und messbarer Wirkung auf Bindung und Fehlzeiten macht die bKV zu einem der wenigen Benefits mit echtem ROI.

Gleichzeitig: Die Details sind entscheidend. Die Sachbezugsfreigrenze, die Kombination mit § 3 Nr. 34 EStG, die Tarifauswahl, die Gruppengestaltung – all das sollte mit Expertise angegangen werden. Ein falsch gestalteter Vertrag kann teuer werden, ein gut gestalteter Vertrag ist einer der effizientesten Wege, deinen Mitarbeitenden echten Mehrwert zu bieten.

Wenn du wissen willst, was eine bKV für dein Unternehmen konkret bedeutet (was sie kosten würde, was deine Mitarbeitenden davon hätten und wie sich der steuerliche Vorteil für euch rechnet), dann meld dich bei uns. GründerFinanz vergleicht für dich unabhängig den Markt und begleitet dich von der Tarifentscheidung bis zur Einführung.

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Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.

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Die private Krankenversicherung (PKV) stellt eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dar. Und ist eine der beiden zentralen Säulen des Krankenversicherungssystems in Deutschland. Die PKV bietet vor allem für bestimmte Berufsgruppen wie Selbstständige, Beamte oder gutverdienende Angestellte eine flexible und leistungsstarke Option zur Absicherung im Krankheitsfall. Die PKV zeichnet sich durch ein individuelles Tarifsystem aus, bei dem die Beiträge auf der Grundlage von Faktoren wie dem Alter, dem Gesundheitszustand und dem gewünschten Leistungsumfang berechnet werden. Anders als in der GKV ist das Einkommen für die Beitragshöhe nicht entscheidend.

Inhalt:


Private Krankenversicherung (PKV): wer kann sich versichern?

Nicht jeder hat die Möglichkeit, in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Grundsätzlich können sich folgende Gruppen privat versichern:

Angestellte: Angestellte können in die PKV wechseln, wenn ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Diese liegt bei 73.800 Euro (für 2025). Liegt dein Einkommen unterhalb dieser Grenze, bleibst du in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert.

Selbstständige und Freiberufler: Diese Berufsgruppe kann sich grundsätzlich immer privat versichern, da sie keiner gesetzlichen Versicherungspflicht unterliegt. Für viele Selbstständige ist die PKV eine attraktive Wahl, da sie höhere Leistungen und flexible Tarifoptionen bietet.

Beamte: Für Beamte lohnt sich die private Krankenversicherung in der Regel, da sie Anspruch auf Beihilfe vom Staat haben. Diese Beihilfe übernimmt je nach Höhe des Beihilfeanspruchs 50 – 80 Prozent der Krankheitskosten, sodass der Beamte und der berücksichtigungsfähige Angehörige nur den restlichen Teil über die PKV abdecken muss.

Studenten: Studenten haben bis zum 30. Lebensjahr oder bis zum 14. Fachsemester die Möglichkeit, sich freiwillig in der GKV oder in der PKV zu versichern. Für viele Studenten kann die PKV attraktiv sein. Die “normalen” Tarife sind günstiger, da sie zu Sonderbedingungen für Ausbildungszeiten geführt werden und keine Alterungsrückstellungen beinhalten. Die Gesundheitsprüfung in jungen Jahren fällt auch meist vorteilhafter aus.


Wie funktionieren die Tarife in der PKV?

Die private Krankenversicherung bietet eine Vielzahl an Tarifen, die sich in ihrem Leistungsumfang und ihren Kosten stark unterscheiden können. Anders als in der GKV gab es früher vermehrt keine Einheitsleistungen, sondern individuelle Tarife, die man je nach Bedarf zusammenstellen konnte. Dies ist heute eher selten. Die meisten Vollversicherungstarife sind mittlerweile Kompakttarife und keine Einzelbausteine, d. h. der Kompakttarif kann nur so gewählt werden, wie er konzipiert ist. 

Typische Leistungen, die in PKV-Tarifen enthalten sein können, sind:

  • Ambulante Versorgung: Hierzu zählen Arztbesuche, Facharzttermine und Medikamente. In der PKV haben Versicherte in der Regel eine freie Arztwahl und müssen nicht auf Überweisungen von Hausärzten warten.
  • Stationäre Versorgung: Viele PKV-Tarife bieten eine bevorzugte Behandlung im Krankenhaus, wie etwa die Wahl eines Einzelzimmers oder die Chefarztbehandlung. Diese Leistungen sind in der GKV entweder gar nicht oder nur mit Zuzahlung erhältlich.
  • Zahnärztliche Versorgung: Auch hier bietet die PKV oft umfassendere Leistungen als die GKV, insbesondere bei Zahnersatz wie Kronen, Brücken oder Implantaten. Während die GKV nur einen Teil der Kosten übernimmt, können PKV-Tarife bis zu 100 Prozent der Kosten decken.
  • Alternative Heilmethoden: Je nach Tarif können auch Leistungen für alternative Behandlungsmethoden wie Homöopathie, Osteopathie oder Akupunktur übernommen werden.

Als Versicherte:r kannst du durch die Auswahl des Tarifs deine Versorgung so gestalten, dass er besser zu deinen Bedürfnissen passt. Wenn du zum Beispiel besonders großen Wert auf eine umfassende Zahnversicherung legst, kannst du diesen Bereich in den Vordergrund stellen und einen entsprechenden Tarif wählen.


Gesundheitsprüfung und Risikozuschläge

Ein entscheidender Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung ist die Gesundheitsprüfung, die vor dem Abschluss einer privaten Krankenversicherung durchgeführt wird. Bei dieser Prüfung müssen Antragsteller detaillierte Angaben zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand sowie zu früheren Erkrankungen machen. Diese Informationen fließen in die Risikobewertung des Versicherers ein und bestimmen, ob und zu welchen Konditionen ein Vertrag zustande kommt.

Für gesunde und junge Menschen stellt die Gesundheitsprüfung oft kein Hindernis dar. Sie können außerdem von den günstigeren Tarifen profitieren, da sich der Beitrag nach dem Eintrittsalter richtet. Liegen jedoch Vorerkrankungen vor, kann der Versicherer Risikozuschläge erheben, bestimmte Leistungen ausschließen oder den Antrag im schlimmsten Fall ablehnen. Es ist daher wichtig, den Wechsel in die PKV in Erwägung zu ziehen, solange der Gesundheitszustand noch gut ist.

Tipps & Tricks: Als Versicherungsmakler, der dich vertritt, ist es uns möglich für dich eine anonyme Voranfrage bei unterschiedlichen Versicherern zu stellen. Dabei können wir eine Beurteilung des Versicherers abfragen, ohne deinen Namen nennen zu müssen. Das hat den Vorteil, dass du ein Gefühl für die Entscheidung der Versicherer bekommst, ohne dass deine Daten irgendwo hinterlegt werden.

Deinen guten Gesundheitszustand kannst du dir übrigens auch „einfrieren“ lassen. Mit einem sogenannten Optionstarif. Bei dem Optionstarif wird die Gesundheitsprüfung bei Antragstellung vorgenommen. Zu bestimmten Optionszeitpunkten (z. B. Statuswechsel versicherungspflichtiges Mitglied in freiwillig versichertes Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung, Fortfall der Familienversicherung) ist ein Wechsel in die private Krankenversicherung ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich.

Der Beitrag wird beim Wechsel zu dem dann gültigen Eintrittsalter berechnet. Der Optionstarif ist quasi wie ein Joker. Der eingefrorene Gesundheitszustand in dem Optionstarif kostet dich nur wenige Euro pro Monat und kann dir später sehr viel Geld und im schlimmsten Fall eine Ablehnung bei der PKV ersparen.

GründerFinanz Versicherungsmakler für Startups und KMUs Private Krankenversicherung PKV

Beitragsentwicklung und Altersrückstellungen

Die Beiträge in der privaten Krankenversicherung sind nicht statisch, sondern können im Laufe der Zeit steigen. Insbesondere im Alter können die Beiträge ansteigen, da ältere Menschen häufiger ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen und das Risiko schwerwiegender Erkrankungen höher ist. Um dieser Kostenentwicklung entgegenzuwirken, bilden die PKV-Unternehmen sogenannte Altersrückstellungen.

Diese Altersrückstellungen sind eine Art Sparguthaben, das die Versicherten während ihrer aktiven Erwerbstätigkeit ansammeln. Im Rentenalter werden diese Rücklagen dazu verwendet, die steigenden Krankheitskosten zu decken und den Beitrag möglichst stabil zu halten. Allerdings reichen die Altersrückstellungen nicht immer aus, um Beitragsanpassungen vollständig zu verhindern. Deshalb ist es ratsam, dass die Versicherten frühzeitig Rücklagen bilden und langfristig planen.

Tipps & Tricks: Du kannst deine Zahlungen zur Entlastung der Beiträge im Alter auch selbst erhöhen. Die Versicherer bieten dafür einen Beitragsentlastungstarif für das Alter an. Der Arbeitgeber zahlt bei Angestellten die Hälfte dazu. Das sollte man nutzen.


Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit

Ein weiteres Merkmal der PKV ist die Möglichkeit der Beitragsrückerstattung. Viele Versicherer bieten diese Option an, wenn du über einen bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch nimmst. Die Idee dahinter ist, dass diejenigen, die das Gesundheitssystem weniger belasten, durch die Rückerstattung von Beiträgen belohnt werden.

Die Höhe der Rückerstattung variiert je nach Tarif und Versicherer. In einigen Fällen kannst du sogar mehrere Monatsbeiträge zurückerhalten, wenn du in einem Jahr keine Rechnungen eingereicht hast. Diese Regelung bietet einen Anreiz, kleinere Behandlungen oder Medikamente selbst zu zahlen und nur bei größeren Kosten auf die Versicherung zurückzugreifen. Vorsorgeuntersuchungen und Zahnprophylaxe sind dabei oft außen vor und dürfen genutzt werden.


Das Erstattungsprinzip

Im Gegensatz zur gesetzlichen Krankenversicherung, bei der die Abrechnung der medizinischen Leistungen direkt zwischen Arzt und Krankenkasse erfolgt, gilt in der PKV das sogenannte Erstattungsprinzip. Dieses Prinzip bietet eine größere Transparenz über die tatsächlich anfallenden Kosten für medizinische Behandlungen.

Beim Erstattungsprinzip erhält die versicherte Person nach einer Behandlung zunächst die Rechnung und muss diese dann selbst begleichen. Anschließend kann die Rechnung bei der Krankenversicherung eingereicht werden und die erstattungsfähigen Kosten werden erstattet. Gerade bei teuren Operationen oder längeren Krankenhausaufenthalten kann dies zu finanziellen Engpässen führen, wenn die Rückerstattung der Kosten längere Zeit in Anspruch nimmt.

Tipps & Tricks: Du kannst die Rechnung sofort nach Erhalt bei der Versicherung einreichen. In vielen Fällen erhältst du das Geld von der Versicherung, bevor das Zahlungsziel der Arztrechnung erreicht ist. Dann kannst du die Rechnung mit dem überwiesenen Geld der Versicherung begleichen. Das führt dazu, dass du die Kosten nicht vorlegen musst.


Familienversicherung und Kinder in der PKV

Ein zentraler Unterschied zwischen der privaten und der gesetzlichen Krankenversicherung ist die Familienversicherung. In der GKV können Ehepartner und Kinder unter bestimmten Voraussetzungen kostenlos mitversichert werden, was insbesondere für Familien mit niedrigem oder mittlerem Einkommen attraktiv ist. In der PKV hingegen muss jedes Familienmitglied separat versichert werden, was die Kosten für Familien deutlich in die Höhe treiben kann.

Vielleicht hast du schonmal von speziellen Familientarife gehört, bei denen die Beiträge für Kinder reduziert sind. Oder von speziellen Tarifen für Ehepartner, die den Beitrag ebenfalls senken können. Solche Familientarife gibt es leider nicht. Es werden auch keine Familienrabatte gewährt. Trotzdem wird dies oft so kommuniziert, weil Kinder und Jugendliche keine Alterungsrückstellungen zahlen und die Versicherung dadurch automatisch günstiger ist. Deshalb sollten Familien vor einem Wechsel in die PKV genau kalkulieren, ob sich der Wechsel langfristig lohnt.


Wechsel innerhalb der PKV und zurück in die GKV

Ein Wechsel innerhalb der privaten Krankenversicherung, also zu einem anderen Tarif oder Anbieter, ist grundsätzlich möglich, sollte aber sorgfältig geplant werden. Wer innerhalb der gleichen Versicherungsgesellschaft in einen anderen Tarif wechselt, für den bleiben die angesparten Alterungsrückstellungen erhalten. Das am 02.02.2007 eingeführte Wettbewerbsstärkungsgesetz (WSG) besagt, dass du bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter einen Anteil deiner Altersrückstellungen mitnehmen kannst. Das gilt für alle Verträge, die nach dem 01.01.2009 abgeschlossen wurden. Hast du deinen Tarif vor dem 01.01.2009 abgeschlossen, und keine Portabilitätsoption genutzt, verbleiben deine gesamten Rückstellungen bei einem Wechsel beim alten Anbieter. Das kann langfristig zu höheren Kosten führen.

Ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist hingegen nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Für Angestellte ist es möglich, wenn ihr Einkommen einen längeren Zeitraum unter die Versicherungspflichtgrenze fällt. Selbstständige und Freiberufler haben diese Möglichkeit in der Regel nicht. Ältere Menschen, die bereits lange in der PKV versichert sind, haben oft nur noch wenige Optionen für einen Wechsel zurück in die GKV. Mit Vollendung des 55. Lebensjahres ist ein Wechsel in die GKV gar nicht mehr möglich.


Die Beitragsanpassung in der PKV

Um die Inflation und die steigenden Gesundheitskosten auszugleichen, müssen auch die privaten Krankenversicherer eine Beitragsanpassung durchführen. Um Leistungssteigerungen unter Beibehaltung des vertraglich garantierten Versicherungsschutzes finanzieren zu können, haben die Versicherer nur die Möglichkeit einer Beitragsanpassung.

Mit Abschluss einer privaten Krankenversicherung erhält die versicherte Person einen dauerhaften Versicherungsschutz, dessen Umfang der Versicherer nicht einseitig reduzieren kann. Die Leistungen, die der Versicherer erstattet, können sich hingegen ändern:

  1. neue Behandlungsmethoden und medizinisch-technische Geräte
  2. Versicherungsleistungen des Versicherers sind höher als anhand der Rechnungsgrundlagen für die Beiträge einkalkuliert wurde
  3. allgemeine Preisentwicklung im Gesundheitswesen (z. B. höhere Gehälter für Krankenhauspersonal)


Fazit: Die PKV als langfristige Entscheidung

Die Entscheidung für die private Krankenversicherung sollte gut überlegt sein. Die PKV bietet viele Vorteile! Darunter eine bessere Versorgung im Krankheitsfall, flexible Tarifgestaltung und individuelle Leistungen. Wenn es richtig gemacht wird, ist es langfristig auch die bessere wirtschaftliche Entscheidung. Das Konzept der PKV ist ein Konzept, bei dem man sich ausführlich und von fachkundigen Berater:innen begleiten lassen muss. Sie erfordert eine sorgfältige Planung, insbesondere in Bezug auf Beitragserhöhungen im Alter und individuelle Bedürfnisse.

Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist oft nur unter erschwerten Bedingungen möglich und sollte ebenfalls gut durchdacht werden. Eine Rückkehr nach der Vollendung des 55. Lebensjahres ist gar nicht mehr möglich. 


FAQs: Häufig gestellte Fragen zur privaten Krankenversicherung (PKV)

Die FAQs bieten dir einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der privaten Krankenversicherung und helfen dir bei der Entscheidungsfindung.

Was ist eine private Krankenversicherung (PKV)?

In Deutschland ist die PKV eine Alternative zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und bietet individuelle Tarife mit verschiedenen Leistungsstufen. Sie richtet sich an bestimmte Personengruppen wie Selbstständige, Beamte oder gutverdienende Angestellte. Im Gegensatz zur GKV wird der Beitrag nicht vom Einkommen, sondern vom Gesundheitszustand und Alter bestimmt.


Wer kann in die PKV wechseln?

In die PKV können Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Angestellte mit einem Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze wechseln. Für Angestellte liegt die Einkommensgrenze 2025 bei 73.800 Euro brutto. Auch Studenten haben die Möglichkeit, sich unter bestimmten Voraussetzungen privat zu versichern. Nach Angaben des statistischen Bundesamts (Destatis) waren 2019 4 Prozent der Arbeitnehmer:innen und 39 Prozent der Selbstständigen sind in einer privaten Krankenversicherung abgesichert. 


Wie werden die Beiträge in der PKV berechnet?

Die Beiträge zur PKV richten sich nach dem individuellen Gesundheitszustand, dem Alter bei Vertragsabschluss und den gewählten Leistungen. Anders als in der GKV spielt das Einkommen keine Rolle. Mit zunehmendem Alter steigen die Beiträge wie in der GKV auch. Genau dafür gibt es sinnvolle Konzepte, um die Beitragserhöhung im Alter abzufangen.


Welche Leistungen bietet die PKV?

Die PKV bietet umfassendere Leistungen als die GKV, darunter freie Arztwahl, kürzere Wartezeiten bei Fachärzten und erweiterte Leistungen bei Zahnersatz und alternativen Heilmethoden. Die genauen Leistungen hängen jedoch vom gewählten Tarif ab. Versicherte Personen können den Leistungsumfang selbst bestimmen.


Was passiert bei Vorerkrankungen?

Vorerkrankungen können in der PKV zu Risikozuschlägen oder Leistungsausschlüssen führen. Je nach Schwere der Erkrankung kann der Versicherer den Antrag auch ablehnen. Eine Gesundheitsprüfung vor Vertragsabschluss ist daher obligatorisch.


Wie funktioniert die Beitragsrückerstattung?

Viele private Krankenversicherer bieten eine Beitragsrückerstattung an, wenn Versicherte in einem Jahr keine Leistungen in Anspruch nehmen. Die Rückerstattung kann mehrere Monatsbeiträge umfassen. Sie schafft einen Anreiz, kleinere Behandlungen selbst zu zahlen und die Versicherung nur für größere Kosten zu nutzen.


Was ist das Erstattungsprinzip in der PKV?

In der PKV gilt das Erstattungsprinzip, bei dem der Versicherte die Behandlungskosten zunächst selbst bezahlt und dann die Rechnungen zur Erstattung bei der Versicherung einreicht. Dies bietet Transparenz über die tatsächlichen Kosten, bedeutet aber auch, dass der Versicherte in Vorleistung gehen muss.


Kann man innerhalb der PKV den Tarif wechseln?

Ein Tarifwechsel innerhalb der PKV ist in der Regel möglich, allerdings sollte dies gut geplant werden. Beim Wechsel innerhalb der gleichen Versicherungsgesellschaft werden Altersrückstellungen angerechnet. Ob du bei einem Wechsel zu einem anderen Anbieter die Rückstellungen mitnehmen kannst, hängt von dem Abschlussdatum des PKV Vertrages ab (Hast du deinen Tarif vor dem 01.01.2009 abgeschlossen, und keine Portabilitätsoption genutzt, verbleiben deine gesamten Rückstellungen bei einem Wechsel beim alten Anbieter).


Kann ich zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln?

Ein Wechsel zurück in die GKV ist für Selbstständige und Freiberufler meist nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich.


Wie funktionieren Altersrückstellungen?

Altersrückstellungen sind ein Mechanismus, mit dem PKV-Versicherte während ihres Erwerbslebens Beiträge ansparen, um im Alter anstehende Beitragsanpassungen in der Höhe abzufedern. Diese Rücklagen helfen dabei, die Beiträge im Rentenalter stabiler zu halten. Sie stellen aber keine Garantie dar.


Wie hoch sind die Beiträge im Alter?

Die Beiträge in der PKV steigen mit dem Alter an. Altersrückstellungen sollen diese Kostenentwicklung abfedern, reichen aber nicht immer aus. Daher ist es wichtig, sich frühzeitig mit den potenziellen Kosten im Alter auseinanderzusetzen und ein sinnvolles Konzept zu erarbeiten, was dagegen steuert. Komm dazu gerne auf uns zu.


Welche Vorteile bietet die PKV für Beamte?

Beamte profitieren besonders von der PKV, da sie Anspruch auf Beihilfe vom Staat haben. Diese Beihilfe deckt einen gewissen Anteil der Krankheitskosten ab, sodass Beamte nur den restlichen Teil über die PKV absichern müssen. Dadurch sind die Beiträge für Beamte in der Regel deutlich niedriger als für andere Berufsgruppen.


Ist die PKV für Familien sinnvoll?

In der PKV muss jedes Familienmitglied separat versichert werden, was die Kosten für Familien deutlich in die Höhe treiben kann. Familien sollten genau kalkulieren, ob sich die höheren Kosten langfristig lohnen.


Was bedeutet Dynamik in der PKV?

Die Dynamik in der PKV bedeutet, dass sich die Beiträge – wie in der GKV – regelmäßig an die Inflation und steigende Gesundheitskosten anpassen. Dies führt zu Beitragserhöhungen, die im Alter zu einer finanziellen Belastung werden können, wenn die Altersvorsorge nicht mit einem qualifizierten Berater geplant wurde.


Was ist eine Anwartschaft?

Eine Anwartschaft ermöglicht es Versicherten, ihren Gesundheitszustand und die bestehenden Tarife "einzufrieren". Dies können sie tun, wenn sie zum Beispiel vorübergehend in die GKV auf Grund Versicherungspflicht wechseln müssen (z.B. bei einem Wechsel ins Ausland oder bei einer langfristigen Angestelltentätigkeit unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze). So können sie später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die PKV zurückkehren.


Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.

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Berufsunfähigkeits­versicherung: Ein umfassender Leitfaden für deine Absicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/berufsunfaehigkeitsversicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/berufsunfaehigkeitsversicherung#comments Tue, 24 Sep 2024 15:39:00 +0000 Berufsunfähigkeitsversicherung BU https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/berufsunfaehigkeitsversicherung Weiterlesen

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Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist eine der wichtigsten Absicherungen für Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler, um im Falle einer Berufsunfähigkeit deinen Lebensstandard zu sichern. Denn dein ganzes Berufsleben lang verlässt du dich auf deine Gesundheit und Arbeitsfähigkeit, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Doch was passiert, wenn du krank wirst oder einen Unfall hast und dadurch nicht mehr in der Lage bist, deinen Beruf auszuüben? In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur BU, warum sie so wichtig ist und was du beim Abschluss beachten solltest.

Inhalt

  • Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
  • Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig?
  • Die Folgen von Berufsunfähigkeit ohne Versicherung
  • Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
  • Ursachen für Berufsunfähigkeit
  • Welche Leistungen bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung?
  • Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
  • Worauf solltest du beim Abschluss achten?
  • Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht?
  • 5 Tipps für den erfolgreichen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung
  • Fazit: Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar ist
  • FAQs: Häufig gestellte Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung


Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kannst. Der Begriff „berufsunfähig“ beschreibt den Zustand, in dem eine Person durch Krankheit, Unfall oder Invalidität für einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten zu 50 % oder mehr in ihrem zuletzt ausgeübten Beruf eingeschränkt ist. Der Versicherungsschutz bietet finanzielle Unterstützung, um laufende Kosten wie Miete, Lebenshaltungskosten und eventuell Kredite decken zu können, wenn das Einkommen ausfällt.

Im Gegensatz zur staatlichen Erwerbsminderungsrente, die nur in bestimmten Fällen greift und oft nicht ausreicht, bietet die BU eine individuell anpassbare Absicherung, die direkt auf deine berufliche Situation und deine persönlichen Umstände abgestimmt ist.


Warum ist die Berufsunfähigkeitsversicherung so wichtig ?

Statistisch gesehen wird fast jeder vierte Arbeitnehmer in Deutschland vor dem Renteneintritt berufsunfähig. Die häufigsten Ursachen dafür sind psychische Erkrankungen, Rückenprobleme, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch auch Unfälle oder chronische Krankheiten können dazu führen, dass du deinen Beruf nicht mehr ausüben kannst.

Der Staat zahlt nur in wenigen Fällen eine Erwerbsminderungsrente. Und selbst die ist oft nicht ausreichend, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Besonders für Selbstständige und Freiberufler, die keine Absicherung durch den Arbeitgeber haben, ist die BU eine essenzielle Ergänzung. Auch Arbeitnehmer:innen mit einem hohen Einkommen profitieren von einer Berufsunfähigkeitsversicherung, da die gesetzliche Abdeckung oft nicht ausreicht.

Das Besondere: im Falle einer Berufsunfähigkeit ermöglicht dir die BU, finanzielle Sicherheit und Freiheit. Dadurch kannst du dir Zeit nehmen und dich komplett auf deine Genesung fokussieren. Sobald du wieder erholt und gesund bist, kannst du wieder in deinen Job zurückkehren. Ohne Berufsunfähigkeit kommt es öfter vor, dass Menschen, die eigentlich berufsunfähig sind, trotzdem weiterarbeiten. Denn sie können es sich finanziell nicht leisten. Das ist sowohl kurzfristig als auch langfristig katastrophal für deine Gesundheit!


Die Folgen von Berufsunfähigkeit ohne Versicherung

Die Konsequenzen einer fehlenden Absicherung können dramatisch sein. Wenn du ohne BU berufsunfähig wirst, musst du entweder auf deine Ersparnisse zurückgreifen oder dein Vermögen aufbrauchen, um deinen Lebensunterhalt zu bestreiten. In vielen Fällen ist ein drastischer Rückgang des Lebensstandards dann unausweichlich. Auch der soziale Abstieg, etwa durch den Verkauf von Eigentum oder das Verlassen des gewohnten Lebensumfelds, kann drohen.


Wer braucht eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist nicht nur für Personen in gefährlichen Berufen wichtig. Tatsächlich sind es häufig Menschen mit Bürojobs oder in akademischen Berufen, die z.B. von psychischen Erkrankungen betroffen sind. Wie gefährlich oder ungefährlich ein Beruf ist, wird übrigens bei der Beitragshöhe der BU berücksichtigt.

Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige haben im Gegensatz zu Angestellten keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder eine betriebliche Absicherung. Sie müssen im Ernstfall nicht nur ihre laufenden Kosten, sondern auch Betriebsausgaben weiterhin decken. Eine BU ist hier deshalb nahezu unverzichtbar.

Angestellte und Beamte
Auch Arbeitnehmer:innen und Beamte profitieren von der BU. Zwar haben sie in der Regel eine gewisse Absicherung durch den Arbeitgebenden oder den Staat, diese reicht jedoch oft nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Besonders für gutverdienende Angestellte lohnt sich der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, da die staatlichen Leistungen mit steigenden Einkommen nicht im gleichen Maße wachsen.

Berufseinsteiger und junge Menschen
Viele junge Menschen neigen dazu, den Abschluss einer BU aufzuschieben. Dabei profitieren Berufseinsteiger:innen von besonders günstigen Konditionen, da das Risiko von Vorerkrankungen bei jungen, gesunden Menschen gering ist. Zudem kann sich die Gesundheit im Laufe des Lebens verschlechtern, was den Abschluss einer Versicherung später teurer oder sogar unmöglich macht.


Ursachen für Berufsunfähigkeit

Es gibt viele Ursachen, die zur Berufsunfähigkeit führen können. Hier sind die häufigsten:

Psychische Erkrankungen
Etwa ein Drittel aller Fälle von Berufsunfähigkeit ist auf psychische Erkrankungen zurückzuführen, insbesondere Depressionen, Burnout oder Angststörungen. Diese nehmen in den letzten Jahren stetig zu, da der berufliche Druck und die Anforderungen im Arbeitsalltag gestiegen sind und eine Entlastung nicht in Sicht ist.

Erkrankungen des Bewegungsapparates
Rückenprobleme, Gelenkerkrankungen oder Arthrose gehören ebenfalls zu den häufigsten Ursachen. Besonders Menschen in Berufen, in denen schwere körperliche Arbeit verrichtet wird oder eine dauerhafte Fehlhaltung eingenommen wird, sind gefährdet.

Krebserkrankungen
Eine Krebserkrankung kann nicht nur körperlich stark einschränken, sondern auch die berufliche Leistungsfähigkeit dauerhaft mindern. Viele Patienten können nach einer erfolgreichen Therapie nicht mehr in ihren ursprünglichen Beruf zurückkehren. Oder profitieren von einer Auszeit, in der sie sich auf ihre Gesundheit fokussieren können, ohne sich finanzielle Sorgen machen zu müssen.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Erkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle können ebenfalls zur Berufsunfähigkeit führen. Besonders in stressigen Berufen ist das Risiko erhöht.


Welche Leistungen bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Eine BU-Versicherung zahlt eine monatliche Rente, wenn du mindestens zu 50 % berufsunfähig bist. Die Höhe der Rente wird individuell festgelegt und sollte so bemessen sein, dass mindestens deine monatlichen Fixkosten gedeckt sind. Neben der Rentenzahlung bieten viele Versicherer auch zusätzliche Leistungen an, wie etwa Unterstützung bei der beruflichen Rehabilitation oder die Möglichkeit, sich beruflich umzuorientieren.

Nachversicherungsgarantie
Viele Verträge bieten eine Nachversicherungsgarantie, die es dir ermöglicht, die Versicherungsleistung im Laufe der Zeit ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen. Dies ist besonders bei beruflichen Veränderungen oder Familienzuwachs sinnvoll.

Verzicht auf abstrakte Verweisung
Ein wichtiger Punkt bei der Auswahl der BU ist der Verzicht auf die sogenannte abstrakte Verweisung. Das bedeutet, dass der Versicherer dich nicht auf einen anderen Beruf verweisen kann, den du theoretisch noch ausüben könntest, wenn du deinen aktuellen Beruf nicht mehr ausführen kannst.


Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Kosten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:

  • Beruf: Je riskanter dein Beruf, desto höher die Beiträge. Personen in körperlich anstrengenden Berufen zahlen meist mehr als Büromitarbeiter:innen.
  • Alter: Je jünger du bist, desto günstiger ist der Beitrag, da das Risiko von Vorerkrankungen geringer ist.
  • Gesundheitszustand: Personen mit Vorerkrankungen müssen entweder mit höheren Beiträgen oder Einschränkungen im Versicherungsschutz rechnen.
  • Versicherungssumme: Die Höhe der monatlichen Rente wirkt sich direkt auf die Beitragshöhe aus. Eine höhere Absicherung ist teurer.
  • Laufzeit: Die Vertragslaufzeit beeinflusst ebenfalls die Kosten. Verträge, die bis zum 67. Lebensjahr laufen, sind teurer als solche mit einer kürzeren Laufzeit.

Eine pauschale Aussage über die Kosten ist schwer zu treffen, da die Prämien stark variieren können. Im Schnitt können die Beiträge zwischen 50 und 150 Euro pro Monat liegen, je nach Berufsgruppe, Gesundheitszustand und gewünschter Rentenhöhe.


Worauf solltest du beim Abschluss achten?

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es mehrere wichtige Faktoren, die du berücksichtigen solltest:

Gesundheitsprüfung
Die Gesundheitsprüfung ist ein entscheidendes Kriterium. Versicherer verlangen oft umfangreiche Angaben zu deinem Gesundheitszustand. Achte darauf, dass du alle Angaben korrekt machst, da falsche oder unvollständige Angaben später zu Problemen bei der Auszahlung führen können.

Vertragslaufzeit
Die Vertragslaufzeit sollte idealerweise bis zum regulären Rentenalter reichen, da du auch in den letzten Berufsjahren noch berufsunfähig werden kannst. Eine zu kurze Laufzeit führt dazu, dass du im schlimmsten Fall ohne Absicherung dastehst.

Höhe der Berufsunfähigkeitsrente
Die Berufsunfähigkeitsrente sollte so bemessen sein, dass sie deine laufenden Kosten deckt. Eine grobe Faustregel besagt, dass die Rente etwa 60-80 % deines Nettoeinkommens betragen sollte.

Dynamik
Eine Dynamik sorgt dafür, dass die Berufsunfähigkeitsrente regelmäßig an die Inflation angepasst wird. Dies ist besonders bei langfristigen Verträgen wichtig, um den Wert der Versicherung zu erhalten.


Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet einen umfassenden Schutz, allerdings gibt es bestimmte Ausnahmen, in denen die Versicherung nicht leistet:

  • Vorsätzlich herbeigeführte Krankheiten oder Verletzungen: Wenn die Berufsunfähigkeit absichtlich verursacht wird, etwa durch Selbstverletzung oder im Rahmen von Straftaten, verweigert der Versicherer die Leistung.
  • Nicht angegebene Vorerkrankungen: Ein sehr wichtiger Punkt ist die Gesundheitsprüfung. Sollten Vorerkrankungen bei Vertragsabschluss verschwiegen oder falsch angegeben werden, kann der Versicherer im Leistungsfall die Zahlung verweigern. Es ist daher essenziell, bei der Gesundheitsprüfung absolut ehrlich zu sein.
  • Berufsunfähigkeit durch Straftaten: Eine Berufsunfähigkeit, die als Folge von Straftaten entsteht, wird in der Regel ebenfalls nicht versichert. Dies betrifft beispielsweise Verletzungen, die bei illegalen Aktivitäten zugezogen wurden.
  • Alkohol- oder Drogenmissbrauch: Solltest du aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauch berufsunfähig werden, zahlt die Versicherung nicht. Es ist wichtig, sich über solche Ausschlüsse im Vorfeld zu informieren, da diese in den Vertragsbedingungen klar geregelt sind.


5 Tipps für den erfolgreichen Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung

Die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, ist eine komplexe Angelegenheit, da es viele unterschiedliche Anbieter und Tarife gibt. Hier einige Tipps, wie du die richtige Entscheidung triffst:

  1. Vergleich von Angeboten
    Da die Prämien und Leistungen von Anbieter zu Anbieter stark variieren, solltest du unbedingt verschiedene Angebote miteinander vergleichen. Lass dich von deinem unabhängigen Versicherungsmakler dazu ausführlich beraten.

  2. Achte auf die Gesundheitsfragen
    Sei bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen so genau wie möglich. Fehlende oder falsche Angaben können im Ernstfall dazu führen, dass die Versicherung nicht zahlt. Es ist besser, frühzeitig mit deinem Versicherungsmakler zu sprechen, um eventuelle Unklarheiten zu beseitigen.

  3. Wähle die passende Rentenhöhe
    Die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente sollte so gewählt werden, dass du deine wichtigsten laufenden Kosten wie Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Lebenshaltungskosten decken kannst. In der Regel wird empfohlen, 60 bis 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens abzusichern.

  4. Dynamik und Nachversicherungsgarantie
    Berücksichtige, ob die Versicherung eine Dynamik bietet, damit deine BU-Rente im Laufe der Zeit ansteigt und den Inflationsausgleich berücksichtigt. Auch die Möglichkeit einer Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung ist von Vorteil, wenn sich dein Leben und damit deine finanzielle Situation ändern (z. B. durch Heirat oder Geburt eines Kindes).

  5. Verzicht auf abstrakte Verweisung
    Achte darauf, dass der Versicherer auf die sogenannte „abstrakte Verweisung“ verzichtet. Dies bedeutet, dass du im Falle einer Berufsunfähigkeit nicht auf einen anderen Beruf verwiesen werden kannst, den du theoretisch noch ausüben könntest. Das gibt dir Sicherheit, dass du wirklich in deinem zuletzt ausgeübten Beruf abgesichert bist.


Ein wichtiger Tipp:

Die bei Vertragsabschluss festgelegte Berufsgruppe wird nach dem Abschluss nie wieder verschlechtert! Wenn also eine kaufmännische Angestellte den Beruf wechselt und Dachdeckerin wird, dann wird der Beitrag der kaufmännischen Angestellten beibehalten, während gleichzeitig aber der neue Beruf der Dachdeckerin versichert wird. Das ist besonders auch für Studierende interessant.

Anders herum geht es natürlich: sollte sich deine Berufsgruppe verbessern, wird auch dein Beitrag positiv angepasst. Eine Verbesserung ist also immer möglich.


Fazit: Warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung unverzichtbar ist

Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden, der auf sein Einkommen angewiesen ist, eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Das Risiko, im Laufe des Arbeitslebens berufsunfähig zu werden, ist höher, als viele denken. Wer sich frühzeitig um einen umfassenden Versicherungsschutz kümmert, sichert sich gegen finanzielle Engpässe ab und kann im Ernstfall seinen Lebensstandard halten.

Besonders für Selbstständige, Freiberufler und junge Berufseinsteiger ist die BU eine essenzielle Absicherung. Aber auch Angestellte mit hohem Einkommen sollten sich Gedanken darüber machen, da die staatlichen Leistungen in den meisten Fällen nicht ausreichen.

Da der Abschluss einer BU-Versicherung komplex ist, lohnt es sich, Angebote genau zu prüfen und auf jeden Fall fachkundige Beratung in Anspruch zu nehmen. Mit der richtigen Versicherung bist du bestens gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit gewappnet und kannst deinem Berufsleben mit einem sicheren Gefühl entgegenblicken.

Mit diesem umfassenden Leitfaden bist du bestens gerüstet, um die richtige Berufsunfähigkeitsversicherung für dich zu finden. Sichere dich frühzeitig ab und schütze dich vor den finanziellen Folgen einer möglichen Berufsunfähigkeit.


FAQs: Häufig gestellte Fragen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Die FAQs bieten dir einen Überblick über die wichtigsten Aspekte der Berufsunfähigkeitsversicherung und helfen dir bei der Entscheidungsfindung.

Was ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dein Einkommen, falls du aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft nicht mehr arbeiten kannst. Sie zahlt dir eine monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst. So kannst du trotz Einschränkung deinen Lebensunterhalt sichern und deinen Lebensstandard aufrechterhalten.

Ab wann zahlt die BU-Versicherung?

Die BU-Versicherung zahlt, sobald die Berufsunfähigkeit ärztlich bestätigt und der Antrag von der Versicherung genehmigt wurde. Dabei prüft die Versicherung, ob die vertraglich festgelegten Voraussetzungen erfüllt sind. Erst danach beginnt die Auszahlung der vereinbarten Rente.

Wann gilt man als berufsunfähig?

Als berufsunfähig gilt man, wenn man seinen zuletzt ausgeübten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kann. Dies kann durch körperliche oder psychische Erkrankungen bedingt sein. Es muss ärztlich bescheinigt werden, dass eine erhebliche Einschränkung der Arbeitsfähigkeit vorliegt.

Kann ich selbst bestimmen, dass ich berufsunfähig bin?

Nein, die Feststellung der Berufsunfähigkeit erfolgt nicht durch dich selbst, sondern durch ärztliche Gutachten und die Prüfung der Versicherung. Deine behandelnde Ärzt:in gibt zwar eine Einschätzung ab, aber die endgültige Entscheidung trifft die Versicherung. Sie prüft, ob die vertraglichen Voraussetzungen erfüllt sind.

Was ist der Unterschied zwischen einer Berufsunfähigkeits- und einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung?

Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung zahlt nur, wenn du überhaupt keine Tätigkeit mehr ausüben kannst. Im Gegensatz dazu zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung bereits, wenn du deinen letzten Beruf zu mindestens 50 % nicht mehr ausüben kannst. Die Berufsunfähigkeitsversicherung bietet also einen umfassenderen Schutz, da sie auf deinen bisherigen Beruf abzielt.

Wie hoch sollte die BU-Rente sein?

Die BU-Rente sollte idealerweise mindestens 60–80 % deines Nettoeinkommens betragen. So kannst du auch im Falle einer Berufsunfähigkeit deinen bisherigen Lebensstandard weitestgehend aufrechterhalten. Es ist wichtig, diese Summe sorgfältig zu kalkulieren, um finanzielle Engpässe zu vermeiden.

Wer sollte eine BU-Versicherung abschließen?

Grundsätzlich sollte jeder Berufstätige eine BU-Versicherung in Betracht ziehen. Besonders wichtig ist sie für Selbstständige, Freiberufler und Berufseinsteiger, da sie im Falle einer Berufsunfähigkeit keine Absicherung durch den Arbeitgeber haben. Aber auch Angestellte sollten eine solche Versicherung in Erwägung ziehen.

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung auch für Studenten sinnvoll?

Ja, denn Studenten profitieren von besonders günstigen Tarifen und sichern sich bereits vor dem Berufsstart ab. Da der Gesundheitszustand vor Beginn des Berufslebens festgestellt wird, bietet das langfristige Vorteile. Sollte sich dein Gesundheitszustand im Laufe des Lebens verschlechtern, bleibst du mit einer früh abgeschlossenen Versicherung geschützt.

Zahlt die BU auch bei psychischen Erkrankungen?

Ja, psychische Erkrankungen wie Depressionen oder Burnout zählen zu den häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit. Daher zahlen die meisten BU-Versicherungen auch in solchen Fällen. Es ist allerdings wichtig, bei Vertragsabschluss genau darauf zu achten, dass psychische Erkrankungen mit abgedeckt sind.

Was ist die Gesundheitsprüfung?

Die Gesundheitsprüfung ist ein zentraler Bestandteil beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Du musst dabei detaillierte Angaben zu deinem aktuellen und früheren Gesundheitszustand machen. Diese Informationen beeinflussen die Höhe der Versicherungsprämien und bestimmen, ob die Versicherung den Vertrag überhaupt abschließt.

Was passiert, wenn ich Vorerkrankungen verschweige?

Das Verschweigen von Vorerkrankungen kann schwerwiegende Folgen haben. Sollte die Versicherung herausfinden, dass du wichtige Informationen nicht angegeben hast, kann sie im Leistungsfall die Zahlungen verweigern. Es ist daher ratsam, bei der Gesundheitsprüfung immer ehrlich und vollständig zu antworten.

Was bedeutet "abstrakte Verweisung"?

Bei der abstrakten Verweisung kann die Versicherung dich auf einen anderen Beruf verweisen, den du trotz Berufsunfähigkeit theoretisch noch ausüben könntest. Das bedeutet, dass die Versicherung in solchen Fällen keine Leistungen zahlen muss. Viele moderne Tarife verzichten jedoch auf diese Klausel, um den Versicherten besser abzusichern.

Wie lange zahlt die BU-Rente?

Die BU-Rente wird in der Regel bis zum vereinbarten Rentenalter gezahlt. Meistens liegt dieses bei 65 oder 67 Jahren. Danach endet die Leistung und du wechselst in den regulären Ruhestand mit entsprechenden Rentenzahlungen. Natürlich kann es auch sein, dass du wieder gesund wirst. Dann zahlt die BU auch nicht weiter. Oder wenn du einen anderen Beruf ausübst, in dem du ca. mehr als 80% deines alten Einkommens verdienst. Dann zahlt die BU auch nicht mehr.

Kann ich die BU-Versicherung auch später anpassen?

Ja, viele Versicherungen bieten die Möglichkeit einer Nachversicherungsgarantie. Damit kannst du deine BU-Rente später an veränderte Lebensumstände, wie eine Gehaltserhöhung oder Familienzuwachs, anpassen. Dies ist besonders wichtig, um den Versicherungsschutz an deine zukünftigen Bedürfnisse anpassen zu können.

Was ist die Dynamik in der BU-Versicherung?

Die Dynamik in der BU-Versicherung sorgt dafür, dass sich die versicherte Rente regelmäßig erhöht. Damit wird gewährleistet, dass die Rente auch langfristig der Inflation standhält und deine Kaufkraft erhalten bleibt. Die Prämien steigen in der Regel entsprechend an.


Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.

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Cyber-Versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/cyber-versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/cyber-versicherung#comments Wed, 30 Sep 2020 15:26:00 +0000 Versicherung Gewerbeversicherung Cyber-Versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/cyber-versicherung Weiterlesen

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Wusstest du, dass Experten davon ausgehen, dass es heutzutage nur noch eine Frage der Zeit ist, bis dein Unternehmen Opfer eines Cyber-Angriffs wird? Und wusstest du, dass viele der Cyber-Schäden direkt oder indirekt durch die eigenen Mitarbeiter verursacht werden? Erfahre hier, was eine Cyber-Versicherung ist und was sie leistet. Eine gute Cyber-Versicherung kann dir nämlich sogar schon helfen, bevor ein Schaden entsteht und dadurch die Wahrscheinlichkeit eines schädlichen Cyber-Angriffs verkleinern.


Inhalt

Cyber-Versicherung

Die Cyber-Versicherung ist eine Versicherung, die dir im Idealfall vor, während und nach einem Schaden durch Cyber-Kriminalität hilft. Zu Cyber-Kriminalität zählen z.B. Hacker-Angriffe, DoS-Attacken, Ransomeware, Social Engineering oder Innentäter, d.h. Cyber-Kriminalität durch eigene Mitarbeiter (Sabotage, Datendiebstahl, etc.). Sie kann die Risiken eines Cyber-Angriffs nicht per se verhindern. Aber eine gute Cyber-Versicherung kann dir dabei helfen, das Risiko zu minimieren. Außerdem bietet sie Leistungen, die den Schaden in Grenzen halten und deine finanzielle Existenz (bzw. die deines Unternehmens) retten können. Sie bietet also - anders als andere Versicherungen - schon aktive Hilfe während eines Schadenfalles und nicht nur den nachgelagerten Schadenausgleich.

Eine Cyber-Versicherung ist ein sehr komplexes Produkt. Denn die rasanten technologischen Fortschritte sorgen für wechselnde Risiken, die in der Versicherung berücksichtigt werden müssen. Sie ist eine relativ neue Versicherung. Cyber-Angriffe sind erst mit dem verbreiteten Einsatz von Computern, dem Internet und mobilen Endgeräten zu einer Bedrohung geworden. Je mehr Technologie mit Schnittstellen zur digitalen Welt in unserem Alltag zum Einsatz kommt, desto höher wird das Risiko durch Cyber-Angriffe. Da immer mehr Technologien in unseren Alltag integriert werden und immer mehr Prozesse digitalisiert werden, steigen sowohl das Risiko als auch die Abhängigkeit der Unternehmen. Diese teilweise 100%tige Abhängigkeit gilt es zu schützen. Deshalb nimmt die Bedeutung der Cyber-Versicherung zu. Sie wird aus gutem Grund auch schon als „Feuerversicherung des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet. In den USA, wo die Cyber-Versicherung ihren Ursprung hat, ist sie mittlerweile fast zu einer Standardversicherung geworden.

Die Cyber-Versicherung ist, wie gesagt, ein noch relativ junges Produkt. Die erste Cyber-Versicherung gab es 2011 in Deutschland. Erst seit 2016 hat sie mit ca. 40 Anbietern ihren Durchbruch in Deutschland. Deshalb gibt es vergleichsweise wenig Erfahrungswerte, auf die die Versicherer zurückgreifen können. Das führt dazu, dass Inhalte, Leistungen und Prämien bei den Cyber-Versicherungen stark variieren. Dadurch fällt es schwer, sie untereinander zu vergleichen. Es gibt aber Bestandteile, die viele Versicherer im Rahmen der Cyber-Versicherung anbieten. Je nach Anbieter variieren die Bestandteile in Bestand und Leistungsumfang.

Die Cyber-Versicherung sollte diese 3 Bestandteile beinhalten:

  • Cyber-Eigenschäden
  • Cyber-Drittschäden (Haftpflicht)
  • Cyber-Betriebsunterbrechung

Eigenschäden können auf vielfältige Art und Weise durch einen Cyberangriff entstehen. Deren Beseitigung kann schnell sehr hohe Kosten verursachen. Wenn dein Unternehmen auf den Einsatz von Computern, sonstiger Technik oder Maschinen und auf die Daten angewiesen ist, dann ist es unerlässlich, dass alle Systeme und Daten wiederhergestellt werden. Und das auch noch möglichst schnell. Je nach Art des erfolgten Cyber-Angriffs kann das kompliziert sein und teure IT Spezialisten erfordern. Vor der Beseitigung muss allerdings als erstes die Ursache identifiziert werden, damit die richtigen Maßnahmen getroffen werden können. Die Ursachenfindung wird von einem IT-Forensiker durchgeführt. Bei der Identifizierung der Schadensursache, handelt es sich um eine sehr spezielle Kernkompetenz, die in der Regel in den seltensten Fällen in internen IT-Abteilungen von Unternehmen vorhanden ist.

Bei der Wiederherstellung der Systeme und Daten hören die Kosten für die Beseitigung der Eigenschäden aber nicht auf. Falls Kundendaten von dem Cyberangriff betroffen sind, muss die Verletzung des Datenschutzes gemeldet und die Betroffenen müssen benachrichtigt werden. Dazu gibt es in Deutschland eine gesetzlich geregelte Verpflichtung. Wird dieser Verpflichtung nicht nachgekommen, kann es rechtliche Folgen nach sich ziehen. Da dein Unternehmen unter Umständen dafür haftbar gemacht wird oder ein Reputationsschaden entstehen kann, wird die Zusammenarbeit mit einem Datenschutzanwalt und einem PR- bzw. Krisen-Berater empfohlen. Eine gute Cyberversicherung deckt auch die Kosten für diese Beratungsleistungen ab.

Zu verursachten Drittschäden zählt z.B., wenn sensible Kundendaten gestohlen werden und die betroffenen Kunden für diesen Missbrauch von dir einen Schadenersatz verlangen. Oder wenn du oder deine Mitarbeiter unabsichtlich ein Virus weiterleiten, dass sich auf deinem Computer befindet. Diese Schäden werden unter einer Cyber-Haftpflichtversicherung gefasst und von dieser übernommen. Bei einigen Vermögensschadenhaftpflichtversicherungen ist eine Versicherung von Cyber-Drittschäden sogar schon bereits Teil des Versicherungsschutzes. Wenn du Hilfe bei der Prüfung deiner Versicherung benötigst, melde dich gerne bei uns. Wir helfen dir dabei.

Bei einer Betriebsunterbrechung handelt es sich zwar auch um einen Schaden, der bei deinem Unternehmen entsteht – also ein eigener Schaden – aber trotzdem wird die Betriebsunterbrechung über einen separaten Bestandteil auf Grund von Cybergefahren abgedeckt. Gerade für Onlineshops, die ihre Einnahmen zum ganzen oder größten Teil über einen Onlinekanal erwirtschaften, ist eine Versicherung, die eine Betriebsunterbrechung abdeckt, überlebensnotwendig. Eine DoS Attacke führt nämlich dazu, dass der Onlineshop nicht mehr erreichbar ist und dadurch keine Produkte mehr verkauft werden können. DoS Attacken haben laut einer Studie von Accenture und dem Ponemon Institute allein von 2017 zu 2018 um 3% zugenommen. Dabei sind allerdings die Kosten der DoS Attacken um ganze 11% von 1,6 Mio. auf 1,7 Mio. US$ gestiegen.


„Jedes Unternehmen muss jederzeit mit einem Cyberangriff rechnen und sich ausreichend davor schützen – koste es, was es wolle. Das allerdings passiert viel zu selten. […] Wer seinen wertvollsten Rohstoff – Patente, Ideen, Baupläne – nicht ausreichend vor fremden Blicken schützt, wird schon in Kürze bedeutungslos werden.“Frankfurter Rundschau 


Was eine gute Cyber-Versicherung noch leisten sollte

Jede gute Cyber-Versicherung sollte aber nicht nur die Möglichkeit bieten die oben genannten Bereiche abzudecken. Sie sollte Leistungen anbieten, bevor überhaupt ein Schaden eintritt. Sie sollte präventive Maßnahmen anbieten, die den Eintritt eines Schadens minimiert. Und sie sollte in dem Moment unterstützen, wenn der Schaden passiert oder ein Risiko erkannt wurde.

Das bedeutet konkreter:

Präventive Maßnahmen

  1. Die Weiterbildung der Mitarbeiter (auch IT Abteilung): Der Mensch stellt die größte Sicherheitslücke dar. Um diese Lücke so klein wie möglich zu machen, müssen Mitarbeiter für Risiken sensibilisiert und in deren Umgang geschult werden, z.B. durch Awareness-Schulungen.
  2. Der Risiko-Check: Wie ist der Status quo im Unternehmen? Welche Sicherheitsmaßnahmen gibt es schon und was kann verbessert werden? Hier werden Schwachstellen identifiziert und Empfehlungen zur Verbesserung der Sicherheit gegeben.
  3. Die Entwicklung eines Krisenplans: Wie sollen sich Mitarbeiter im Falle eines identifizierten Risikos oder Angriffs verhalten? Wie sind die Abläufe? Wenn der Schadenfall eintritt, musst du nicht mehr lange überlegen, was zu tun ist. Der Krisenplan gibt dir und deinen Mitarbeitern Tipps, wie ihr euch am besten verhaltet.

Unterstützung im Schadensfall

  1. Ansprechpartner, die Soforthilfe leisten: Speziell kleinen und mittelständischen Unternehmen fehlt oft das Fachpersonal, um nach einem Schadensfall Beweise zu sichern, den Umfang des Schadens zu bestimmen und die Geschäftstüchtigkeit wieder herzustellen. Da ist es gut, wenn deine Versicherung dir direkt ein Team aus IT-Spezialisten, wie z.B. einen IT-Forensiker, zur Seite stellt. Das ist ein weiteres gutes Argument für eine Cyber-Versicherung, selbst wenn dein Unternehmen IT-Fachpersonal beschäftigt. Denn bedenke: Das Team des Versicherers ist auf solche Vorfälle spezialisiert. Es gehört zu ihrem Arbeitsalltag Hacker aufzuspüren und in Unternehmen wieder den Arbeitsalltag herzustellen. Sie sind die „digitale Feuerwehr“ und können über eine 24/7 Hotline auch bereits bei Verdachtsfällen kontaktiert werden.
  2. Beratung beim Krisenmanagement: Sollte ein Angreifer Zugang zu Kundendaten oder Daten anderer Dritter erlangen, stellt dies eine Datenschutzverletzung dar und muss nach §33 Abs. 1 DSGVO innerhalb von 72 Stunden den Datenschutzbehörden gemeldet werden. Das kann die Notwendigkeit nach sich ziehen, Mitarbeiter oder Kunden von dem Vorfall benachrichtigen zu müssen. Hier ist es hilfreich Experten für Krisenkommunikation und einen Fachanwalt für rechtliche Beurteilung an der Seite zu haben, die dir helfen. Damit aus der Krise keine Katastrophe wird, unter der die Reputation leidet.


Beispiele von Cyber-Risiken und warum sie jeden betreffen

Die Cyber-Risiken sind zahlreich. Und durch jede technologische Neuentwicklung und verbesserte Angriffsstrategien der Hacker, kommen weitere Risiken hinzu. Und wie bereits mehrfach gesehen, machen die Angreifer vor nationalen Grenzen keinen Halt. Außerdem muss die eingesetzte Schadsoftware niemals eine Ruhepause machen und lässt sich in ihrer Effizienz auch noch durch zusätzliche Rechenleistung steigern.

Der Hacker-Angriff ist wohl das häufigste Risiko, an das die Menschen im Kontext von Cyber-Kriminalität oder Cyber-Schäden denken. Es sind auch die Fälle, die bisher die meiste Aufmerksamkeit von den Medien bekommen. Es gibt gezielte und nicht gezielte Angriffe. Im Speziellen sind es die ungezielten Angriffe, die keinen Halt bei vermeintlich „unwichtigen“ Unternehmen oder Daten machen. Diese werden meistens von Ransomeware verursacht und sind dann mit Lösegeldforderungen verbunden. Die Lösegeldforderung ist oft relativ gering. Aber die Kosten der Folgeschäden (IT-Forensik, Wiederherstellung, Betriebsunterbrechung, Krisenkommunikation etc.) sind enorm.

Viele Geschäftsführer sehen keine Bedrohung für ihr Unternehmen, wenn sie der Meinung sind, dass ihre Daten nicht spannend oder von keinem ersichtlichen Wert sind. Am Ende entscheidest allerdings nicht du darüber, ob deine Daten interessant sind, sondern der Hacker oder der Algorithmus einer KI (künstlichen Intelligenz). Und dass Cyber-Risiken auch für kleine oder mittelständische Unternehmen zu einer echten Bedrohung werden können, haben leider zahlreiche Beispiele bereits bewiesen. Laut Untersuchungen der Telekom gab es allein im April 2019 durchschnittlich 31 Millionen Angriffe auf deutsche Firmen pro Tag! Der Spitzenwert lag bei 46 Millionen Angriffen pro Tag.

Und selbst wenn ein Angreifer bei deinem Unternehmen keine spannenden oder wertvollen Daten findet, stellt dies einen guten Ausgangspunkt für den Täter dar. Denn mit Hilfe von Ransomeware können die Daten geklaut oder der Zugang zu ihnen versperrt werden. Damit kann dein Betrieb außer Gefecht gesetzt werden oder du musst darum bangen, dass ein Reputationsschaden entsteht, falls die Daten veröffentlicht werden. Diese Situation ist für die Täter eine gute Gelegenheit für eine Erpressung. Ohne Fachpersonal oder spezielles Knowhow stehst du dann vor der Entscheidung die geforderte Erpressungssumme zu zahlen und zu hoffen, die Daten wiederzubekommen. Oder nicht zu zahlen und den oft noch höheren und vielschichtigen Schaden in Kauf zu nehmen.


Dein Mitarbeiter als einer der größten Sicherheitsrisiken

Zu Cyber-Risiken zählen nicht nur Hacker als Täter. Laut der Bitkom Studie aus 2019 waren die Täter bei 33% der befragten Unternehmen ehemalige Mitarbeiter, die sogar vorsätzlich handelten. Das ist schon eine recht hohe Zahl. Diese wird aber noch durch die Mitarbeiter erhöht, die „nur“ fahrlässig handelten oder ausversehen Fehler begingen. Den Angreifern, die an deine Daten wollen, ist es egal aus welchem Grund deine Mitarbeiter Daten weitergeben oder Zugang gewähren. Hauptsache, sie tun es. Und leider tun die Mitarbeiter das relativ oft und stellen damit eines der höchsten Sicherheitsrisiken in deinem Unternehmen dar.

Das haben auch viele Angreifer erkannt und haben deshalb spezielle Methoden entwickelt, mit denen sie sich auf das schwächste Glied in der Sicherheitskette konzentrieren: den Menschen. Auf Grund der immer besser werdenden Sicherheitssystemen in den Unternehmen, ist es heutzutage einfacher, Menschen zu kontaktieren und diese zu beeinflussen. Genau das passiert beim sogenannten Social Engineering. Dabei werden Mitarbeiter beeinflusst, mit dem Ziel, Daten herauszugeben oder den Zugang zu ihnen zu gewähren. Diese Beeinflussung kann auf viele unterschiedliche Weisen passieren.

Zum einen können Mitarbeiter ausspioniert, angeschrieben oder angerufen werden. Dabei wird ihnen zum Beispiel vorgetäuscht, dass ein Dienstleister oder Experte aus der IT-Sicherheit am Telefon ist. Um einen großen Schaden zu vermeiden, soll der Mitarbeiter nun sofort Passwörter übermitteln oder Zugang zum Computer gewähren. Zum anderen kann es aber auch so weit gehen, dass Mitarbeiter vor Ort angesprochen oder dazu benutzt werden, sich auf bequeme Art und Weise Zugang zu den Serverräumen in den Büros des Unternehmens zu verschaffen.

Manchmal ist es aber auch ganz simpel und es werden lediglich E-Mails versendet, in denen der Mitarbeiter aufgefordert wird auf einen Link zu klicken. Oder es werden im oder um das Unternehmen herum, leicht zu findende USB Sticks verteilt, auf denen sich Schadsoftware befindet. Und wer kann schon der Versuchung widerstehen, nachzuschauen, was sich wohl auf dem USB Stick befinden mag?

Und zu all dem oben Genannten, kommt auch noch nachlässiges Verhalten hinzu. Damit ist die Verwendung von unsicheren Passwörtern oder die Verweigerung der Durchführung von Updates gemeint. Da ist es nicht mehr verwunderlich, dass es 2019 in Deutschland ca. 17,7 Millionen Opfer von Internetkriminalität gab (laut den Angaben von Statista). Dabei handelt es sich aber natürlich nur um die Taten, die entdeckt und auch gemeldet wurden. In Deutschland stiegen die Kosten im Zusammenhang mit Cyberangriffen 2018 um 18%. In den letzten 5 Jahren war sogar ein Anstieg von sage und schreibe 40% zu verzeichnen.


Warum du besser heute als morgen eine Cyber-Versicherung abschließt

Eine Cyber-Versicherung kann nicht einfach so von jedem abgeschlossen werden. Unternehmen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen oder bereits mehrfach Opfer von Cyber-Kriminalität wurden, können keine oder nur noch unter erschwerten Bedingungen eine Cyber-Versicherung abschließen. Je nach Risiko oder bereits in der Vergangenheit eingetretenen Schäden, wird die Prämie der Cyber-Versicherung dann auch sehr hoch sein.

Deshalb ist es wichtig, möglichst früh eine Cyberversicherung abzuschließen. Damit sparst du dir bzw. deinem Unternehmen später exorbitant hohe Versicherungsprämien. Aber noch viel wichtiger: mit der Unterstützung deiner Cyber-Versicherung wirst du vielleicht deine Mitarbeiter sensibilisieren, deine IT verbessern und dadurch den einen und anderen Cyber-Angriff verhindern und es den Hackern schwerer machen. Übrigens ist die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Cyber-Schadens höher als beispielsweise Feuergefahr. Wer hätte das gedacht?


FAQs zu Cyber-Versicherung

Was kostet eine Cyber-Versicherung?

Die Kosten für eine Cyber-Versicherung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Bei einem Unternehmen z.B. vom Umsatz, der Größe und den existierenden Sicherheitsmaßnahmen. Kontaktiere uns und wir errechnen dir gerne den Beitrag für deine Cyber-Versicherung.

Wenn ich sehr gute IT-Systeme in meinem Unternehmen einsetze, brauche ich dann noch eine Cyber-Versicherung?

Ja. Denn kein IT-System ist immer 100%tig sicher. Außerdem stellen die Mitarbeiter des Unternehmens ein hohes und oft unterschätztes Risiko dar. Deshalb ist eine Cyber-Versicherung sehr wichtig und stellt einen elementaren Baustein eines ganzheitlichen Risikomanagements dar.

Wenn ich eine Cyber-Versicherung abgeschlossen habe, muss ich mich dann noch um die IT-Sicherheit kümmern?

Es ist super gut, wenn du eine Cyber-Versicherung abgeschlossen und als Bestandteil deines Risikomanagements berücksichtigt hast. Sie ersetzt aber keinesfalls die Notwendigkeit deiner IT-Sicherheit. Vielmehr sind gewisse IT-Sicherheitsvorkehrungen sogar Voraussetzung, damit du dein Unternehmen gegen Cyber-Risiken absichern kannst. Eine gute IT-Sicherheit kann Schutz vor Cyber-Angriffen bieten. Eine Cyber-Versicherung greift, wenn dein Unternehmen trotz IT-Sicherheitsvorkehrungen durch eine Cyber-Attacke geschädigt wurde.

Warum ist eine Cyber-Versicherung für kleine und mittelständische Unternehmen von besonderer Bedeutung?

Viele kleine und mittelständische Unternehmen unterschätzen die Gefahren, die von Cyber-Angriffen ausgehen. Gleichzeitig verfügen sie in den seltensten Fällen über die Ressourcen, die für eine umfängliche Absicherung und Eingrenzung von Schäden notwendig sind. Ein erfolgreicher Cyber-Angriff kann in solchen Fällen noch gravierendere Schäden verursachen. Im schlimmsten Fall sogar die Existenz kosten. Deshalb ist eine Cyber-Versicherung für kleine und mittelständische Unternehmen besonders wichtig.


Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.

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Directors and Officers Versicherung (D&O Versicherung) https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/directors-and-officers-versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/directors-and-officers-versicherung#comments Mon, 04 May 2020 21:35:00 +0000 Directors and Officers Versicherung Versicherung Gewerbeversicherung D&O Versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/directors-and-officers-versicherung Weiterlesen

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Als Geschäftsführer, Manager oder Vorstand triffst du jeden Tag wichtige Entscheidungen. Dabei passieren Fehler. Bewusste und unbewusste. Bei dir oder auch deinen Mitgeschäftsführern. Und du haftest leider auch für die Fehler der anderen Personen aus deinem Führungskreis. Im schlimmsten Fall mit deinem gesamten persönlichen Vermögen. Wie die Directors and Officers Versicherung dein Privatvermögen und dein Unternehmen schützen kann und was es zu beachten gibt, erfährst du jetzt.

Inhalt




Directors and Officers Versicherung (D&O Versicherung)

Eine Directors and Officers Versicherung (D&O Versicherung) ist eine spezielle Form der Vermögenschadenhaftpflicht. Sehr geläufig ist der Begriff der Managerhaftpflicht.

Die D&O ist nicht zu verwechseln mit einer Betriebshaftpflichtversicherung. Eine Betriebshaftpflicht bietet Versicherungsschutz für die betrieblichen Risiken des Unternehmens gegen Personen- und Sachschäden. Weiterhin sind Vermögensschäden als direkte Folge eines Personen- oder Sachschadens versichert, die sogenannten unechten Vermögensschäden. Die Betriebshaftpflichtversicherung bietet allerdings, anders als die D&O, keinen Versicherungsschutz für Vermögensschäden, die als Folge einer Pflichtverletzung bspw. gegen den Vorstand oder den Geschäftsführer eines Unternehmens geltend gemacht werden.

Die D&O Versicherung kann von Unternehmen abgeschlossen werden oder von der Führungskraft (z.B. dem Manager) selber, als sogenannte persönliche D&O. In beiden Fällen ist aber die Führungskraft die versicherte Person. Bei einer D&O gibt es zahlreiche Themen und Szenarien, die berücksichtigt werden müssen. Deshalb ist es wichtig, sich von einem unabhängigen Versicherungsmakler beraten zu lassen, der Produkte von unterschiedlichen Versicherungsunternehmen anbieten kann. Erst dann kann gewährleistet werden, dass du eine D&O Versicherung abschließen kannst, die zu deiner individuellen Situation passt.


Wie viel eine D&O Versicherung kostet

Die genaue Höhe der Kosten (Versicherungsprämie) richtet sich nach folgenden Faktoren:

  • Umsatz des Unternehmens
  • Versicherungssumme
  • Tätigkeitsfeld des Unternehmens
  • Wie lange dein Unternehmen bereits am Markt existiert
  • Auslandsbezug, insbesondere USA
  • Wirtschaftliche Situation des Unternehmens

Wie du siehst, gibt es mehrere Faktoren, die die Höhe der Versicherungsprämie beeinflussen. Wenn du genau wissen willst, wie viel dich die Absicherung deiner Existenz kostet, melde dich gerne bei uns.




Wer im Rahmen einer D&O-Versicherung versichert ist

Die D&O Versicherung versichert Personen, die im Rahmen einer Tätigkeit persönlich haften oder haften können. Also jede Führungskraft, die mit ihrem privaten Vermögen für die Tätigkeiten ihres Amtes haften kann. Die Führungskraft kann in einem Unternehmen, Verein oder einer Institution tätig sein. Zu den Führungskräften zählen beispielsweise:

  • Aufsichtsrat
  • Beirat
  • Geschäftsführer
  • Leitende Angestellte (z.B. Datenschutzbeauftragte, Manager)
  • Prokuristen
  • Vorstände

Nicht alle der oben genannten Führungskräfte haften mit ihrem gesamten Privatvermögen. Die Haftung von z.B. leitenden Angestellten ist limitiert. Aber egal ob limitierte Haftung oder nicht limitierte Haftung, jede dieser Personengruppen sollte im Rahmen ihrer Tätigkeit zum Schutze ihres Privatvermögens und auch zum Schutze des Unternehmens (Stichwort: Bilanzschutz) mit einer D&O versichert sein.

Führungspersonen, die nicht oder nur eingeschränkt mit einer D&O Versicherung versichert werden können, sind alleinige Gesellschafter Geschäftsführer und eingetragene Kaufmänner, da es in diesen Fällen insbesondere zu keiner Haftung im Innenverhältnis kommen kann.


Gravierende Irrtümer – Wer sich oft nicht mit einer D&O Versicherung versichert, es aber tun sollte

Vorstände von Vereinen haften genauso mit ihrem privaten Vermögen in unbegrenztem Umfang wie Vorstände von Kapitalgesellschaften. Als entsprechender Vorstand kannst und solltest du ebenfalls mit einer D&O Versicherung abgesichert werden. Denn auch, wenn die Tätigkeit im Rahmen eines Ehrenamts ausgeführt wird, schützt die ehrenamtliche Tätigkeit nicht vor der Haftung.

Irrtümlicher Weise herrscht oft die Überzeugung, dass Geschäftsführer einer GmbH – also einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung – nicht persönlich für Fehler haften müssen. Diese Annahme ist aber falsch.

Wird dir als Geschäftsführer eine Pflichtverletzung nachgewiesen, dann haftest du mit deinem gesamten Privatvermögen. Dabei reicht bereits die einfache Fahrlässigkeit. Damit durch dieses berufliche Risiko nicht deine gesamte Existenz bedroht wird, solltest du dir eine finanzielle und rechtliche Rückendeckung durch eine D&O Versicherung verschaffen.


Haftung eines Geschäftsführers im Innenverhältnis und Außenverhältnis

Als Vorstand oder Geschäftsführer haftest du im Rahmen deiner Tätigkeit im Innen- und Außenverhältnis.

Bei einer Haftung im Innenverhältnis haftest du gegenüber:

  • dem Unternehmen als juristische Person

Ein Haftungsfall im Innenverhältnis kann zum Beispiel eintreten, wenn du bereits verjährte Forderungen begleichst oder wenn du Forderungen verjähren lässt. Aber auch wenn du ungeeignete Technik (z.B. Server, Software, Computer) für dein Unternehmen kaufst, weil du dich nicht ausreichend informiert hast. Selbst wenn du auf Betrüger hereinfällst, weil du sorglos warst oder ein Schaden entsteht, weil du keinen Fachmann zu Rate gezogen hast. Oder auch wenn du bestimmte Versicherungen nicht abgeschlossen hast, obwohl das Ausmaß des Schadenfalls groß sein kann (z.B. Cyberversicherung, Vermögensschadenhaftpflicht).

Bei einer Haftung im Außenverhältnis haftest du beispielsweise gegenüber:

  • Kunden
  • Konkurrenten
  • Behörden

Ein Haftungsfall im Außenverhältnis kann zum Beispiel eintreten, wenn du die Steuern und Abgaben für das Unternehmen nicht zahlst oder bewilligte Fördergelder unsachgemäß verwendest. Ein relativ bekannter Fall, bei dem Geschäftsführer in Haftung genommen werden, ist die Insolvenzverschleppung. Diese tritt ein, wenn bei drohender Zahlungsunfähigkeit zu spät ein Insolvenzantrag gestellt wird. In diesem Fall haftet der Geschäftsführer dann für alle Zahlungen persönlich, die nach dem Eintritt der Zahlungsunfähigkeit geleistet werden.

In jedem Haftungsfall, ob Innen- oder Außenverhältnis, liegt die Beweislast bei der Führungskraft. Das bedeutet, dass nicht derjenige, der dich beschuldigt, beweisen muss, dass du einen Fehler gemacht hast. Sondern du musst beweisen, dass du keinen Fehler gemacht hast (Beweislastumkehr).


Gesamtschuldnerische Haftung – Wie dich die D&O auch bei Fehlern von Anderen schützt

Die Haftung der führenden Organe ist aber nicht auf die eigenen Handlungen beschränkt. Es gilt die sogenannte gesamtschuldnerische Haftung. Diese gilt auch, wenn die Aufgabenbereiche strikt getrennt sind.

Im Bürgerlichen Gesetzbuch unter § 421 ist die gesamtschuldnerische Haftung geregelt. Dort steht: „Schulden mehrere eine Leistung in der Weise, dass jeder die ganze Leistung zu bewirken verpflichtet, der Gläubiger aber die Leistung nur einmal zu fordern berechtigt ist (Gesamtschuldner), so kann der Gläubiger die Leistung nach seinem Belieben von jedem der Schuldner ganz oder zu einem Teil fordern. Bis zur Bewirkung der ganzen Leistung bleiben sämtliche Schuldner verpflichtet.“

Das bedeutet, dass z.B. alle Geschäftsführer eines Unternehmens für die Handlungen eines einzelnen Geschäftsführers mit haftbar gemacht werden können. Dem kann man mit einer Haftungsfreistellung bzw. Haftungsbefreiung versuchen entgegen zu wirken. Diese wird im Anstellungsvertrag formuliert und kann unterschiedliche Themen regeln, wie z.B.:

  • Eingrenzung der Haftungssumme bis zu einem gewissen Betrag
  • Umkehr der Beweislast (dann muss die GmbH Haftungsansprüche nachweisen)
  • Haftungsausschluss bei Handlung nach ausdrücklicher Anweisung

Voraussetzung ist, dass die Gesellschafter dem zustimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Gesellschafter einen Vorstand oder Geschäftsführer freiwillig von gewissen Haftungsthemen gänzlich freistellt, ist allerdings nicht sehr hoch. Bei Aktiengesellschaften ist eine Haftungsfreistellung sogar verboten.


Umfang des Versicherungsschutzes einer D&O-Versicherung und warum der Managerstrafrechtsschutz so wichtig ist

Die D&O versichert Pflichtverletzungen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit. Die Versicherung bietet dabei Versicherungsschutz für Prozesskosten, um unberechtigte Ansprüche gegen die versicherte Person abzuwehren. Sollten die Ansprüche berechtigt sein, begleicht die Versicherung die Forderungen bis zur Höhe der vertraglich vereinbarten Versicherungssumme. Regelmäßig ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind laufende Verfahren, Vorsatz und bereits bei Abschluss der Versicherung bekannte Pflichtverletzungen. Bezüglich des Vorwurfs einer vorsätzlichen Pflichtverletzung übernimmt die D&O so lange die Abwehrkosten, bis der Vorsatz rechtskräftig festgestellt wird. In diesem Fall muss die versicherte Person die Abwehrkosten an den Versicherer rückerstatten. Wird keine vorsätzliche Pflichtverletzung festgestellt – liegt dem Handeln also kein Vorsatz zu Grunde – übernimmt die D&O die vollen Abwehrkosten.

Wichtiger Bestandteil vieler D&O-Versicherungen ist der Strafrechtsschutzbaustein. Der Versicherer bietet dadurch nicht nur Versicherungsschutz im Falle einer zivilrechtlichen Inanspruchnahme, welcher über die D&O versichert ist, sondern auch für strafrechtliche Inanspruchnahmen. Diese können oftmals zeitlich vor oder einhergehend mit der zivilrechtlichen Inanspruchnahme auf dich zukommen. Trotz dieses Bausteins ist je nach Unternehmensbranche aber auch der Abschluss einer separaten Industrie-Strafrechtsschutzversicherung sehr sinnvoll. Denn der Strafrechtsschutzbaustein bietet lediglich Versicherungsschutz für die in der D&O versicherten Personen und nicht für alle Mitarbeiter des Unternehmens.

Außerdem muss eine zivilrechtliche Inanspruchnahme im Rahmen der D&O-Versicherung „wahrscheinlich“ sein, damit der Strafrechtsschutzbaustein greift.

Hier ein Beispiel, damit es etwas verständlicher wird:

Dem Geschäftsführer eines Unternehmens wird vorgeworfen, absichtlich ausstehende Steuern nicht beglichen zu haben. Dem Unternehmen, für das er tätig ist, entsteht dadurch nicht nur ein finanzieller Schaden, sondern auch ein Reputationsschaden. Die Gesellschafter des Unternehmens verklagen den Geschäftsführer wegen des finanziellen und des Reputationsschadens auf Schadenersatz in Höhe von 950.000 €. Ein zivilrechtliches Verfahren wird eröffnet.

Da dem Geschäftsführer Steuerhinterziehung vorgeworfen wird und dies eine Straftat ist, eröffnet der Staatsanwalt parallel ein strafrechtliches Verfahren. Der Geschäftsführer hat schon vor Jahren eine Directors and Officers Versicherung abgeschlossen. Er bestreitet die Vorwürfe, dass er die Steuern absichtlich nicht gezahlt hätte. Deshalb springt die D&O Versicherung nun ein und wehrt die Vorwürfe der Gesellschafter im Rahmen des zivilrechtlichen Verfahrens ab.

Im Rahmen des strafrechtlichen Verfahrens wird die D&O ebenfalls tätig, da dem strafrechtlichen Verfahren ein zivilrechtliches Verfahren vorausging (die Wahrscheinlichkeit, dass ein zivilrechtliches Verfahren eröffnet wird, hätte aber auch schon genügt). Am Ende beider Verfahren wird rechtskräftig festgestellt, dass der Geschäftsführer keine vorsätzliche Pflichtverletzung begangen hat. Die D&O Versicherung übernimmt die vollen Kosten für die Abwehr. Und außerdem die Zahlung des gerichtlich geringer festgelegten Schadenersatzes in Höhe von 490.000 €.

Der Abschluss einer D&O ist nicht nur sinnvoll, weil sie für die oben dargestellten Themen Versicherungsschutz bietet. Ohne D&O kann es außerdem passieren, dass Geschäftsführer weniger entscheidungsfreudig sind, weil sie Angst haben, dass getroffene Entscheidungen existenzbedrohende Konsequenzen für sie selber haben könnten.


Auf was du bei einer Directors and Officers Versicherung achten solltest

Bei einer Directors and Officers Versicherung gibt es viele Aspekte, die individuell gestaltet werden können oder bei deren Ausgestaltung manche Versicherungsunternehmen keinen Spielraum zulassen. Deshalb ist es generell wichtig, einen erfahrenen und unabhängigen Versicherungsmakler an deiner Seite zu haben. Er muss dich nicht nur gut beraten, sondern mit dir gemeinsam auch Veränderungen im Blick behalten. Je nach Veränderungen bei dem Unternehmen, deiner Tätigkeit oder der gesetzlichen Lage ist es nämlich zwingend notwendig, dass dein Vertrag angepasst wird. Andernfalls kann es zu Abdeckungslücken kommen.

Wichtige Kernelemente einer D&O Versicherung sind:

  • Nachmeldefrist (Stichwort: Nachhaftungsszenarien) muss abgesichert sein
  • Übernahme der Abwehrkosten bei Vorsatz (da Vorsatz oft vorgeworfen wird)
  • Rückwirkungsdatum (für Ereignisse aus der Vergangenheit, die noch nicht bekannt sind)
  • Deckung sollte nicht auf Organverantwortung beschränkt sein. Auch die operative Tätigkeit muss berücksichtigt werden (z.B. strategische Entscheidungen, Produktentwicklungen, Investitionen)
  • Deckung sollte sich automatisch Risikoveränderungen anpassen
  • Deckung sollte auch dann noch gelten, wenn die Führungsperson aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. Denn Schadensansprüche können auch danach noch auf einen zukommen
  • Strafrechtsschutzbaustein sollte Bestandteil einer guten D&O-Versicherung sein
  • Die Versicherungssumme sollte mindestens 2-fach jahresmaximiert sein (sollte 2 Mal im Jahr zur Verfügung stehen)


Directors and Officers Versicherung Checkliste GründerFinanz Versicherungsmakler


Was es bei einer Directors and Officers Versicherung noch zu beachten gilt

Es kann vorkommen, dass du mehrere Ämter gleichzeitig bei unterschiedlichen Unternehmen oder Vereinen innehast. Nur selten besteht dann die Möglichkeit, alle deine Ämter über eine Sammel-Police abzudecken. Je nachdem wie unterschiedlich deine Tätigkeiten und Haftungen sind, könnte das auch wenig sinnvoll sein. Dann ist es besser, wenn du deine Tätigkeiten für jedes Amt mit einer eigenen Police absicherst.

Sprich dein Unternehmen, deinen Verein oder deine Institution auf die Absicherung an. In vielen Fällen besteht die Möglichkeit, dass der Arbeitgeber die Directors and Officers Versicherung auf seine Kosten abschließt. Das hat den Vorteil, dass damit alle Führungskräfte versichert werden können. Außerdem kann das Unternehmen auf diese Art und Weise eine Bilanzsicherheit steigern. Die Prämien für die D&O werden vom Finanzamt als Werbungskosten anerkannt. Versicherte Person bist du als Führungskraft, auch wenn das Unternehmen die Prämien bezahlt. Es handelt sich dabei um eine Versicherung für fremde Rechnung. Die Rechte aus dem Vertrag stehen demnach dir zu.


Warum eine Directors and Officers Versicherung abgeschlossen werden sollte

Wie du oben erfahren hast, haftest du als Geschäftsführer, Vorstand etc. nicht nur für Fehler aus deinem eigenen Handeln. Du haftest auch im Rahmen der gesamtschuldnerischen Haftung für die Fehler der anderen Geschäftsführer mit. Im schlimmsten Fall mit deinem gesamten privaten Vermögen in unbegrenzter Höhe.

Damit deine finanzielle Existenz nicht bedroht wird, solltest du mit einer Directors and Officers Versicherung dein privates Vermögen schützen. Denn selbst, wenn du immer nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohle des Unternehmens handelst, kann deine Entscheidung auch mal negative Konsequenzen haben. Selbst wenn du keinen Schaden zufügen wolltest, kann es passieren, dass man mit Haftungsansprüchen auf dich zukommt.

Seit dem Urteil des BGHs im April 1997 im Fall ARAG/Garmenbeck ist ein Aufsichtsrat übrigens dazu verpflichtet, durchsetzbare Schadenansprüche an Vorstände geltend zu machen. Wenn der Aufsichtsrat das nicht tut, machen sich die Mitglieder selber schadenersatzpflichtig.

Aber auch für dein Unternehmen ist eine Directors and Officers Versicherung wichtig. Wenn ein Geschäftsführer durch einen Fehler in Haftung genommen werden soll, könnte es sogar existenzbedrohend für dein Unternehmen werden, wenn der Geschäftsführer finanziell für den Schaden gar nicht aufkommen kann.

Neben dem finanziellen Schaden kann durch öffentliche und langwierige Prozesse auch ein Reputationsschaden entstehen.


Wir freuen uns auf das Gespräch mit dir!


Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.


Häufige Fragen zur D&O Versicherung

Ist die D&O Versicherung steuerlich absetzbar? +

Ja — wenn das Unternehmen die Prämie übernimmt, sind die Kosten als Betriebsausgabe steuerlich absetzbar. Schließt eine Führungskraft die D&O als persönliche Police ab, kann sie die Prämie als Werbungskosten geltend machen. In beiden Fällen empfehlen wir, dies mit dem Steuerberater abzustimmen.

Gilt die D&O Versicherung auch nach Ende der Tätigkeit? +

Das hängt von der vereinbarten Nachmeldefrist (auch „Tail Coverage" genannt) ab. Viele Schäden werden erst Jahre nach dem eigentlichen Fehler geltend gemacht — zum Beispiel nach einem Gesellschafterwechsel. Eine gute D&O Versicherung deckt auch solche nachträglichen Ansprüche ab.

Was ist der Unterschied zwischen D&O und Berufshaftpflicht? +

Die Berufshaftpflicht schützt vor Schäden, die durch die berufliche Tätigkeit gegenüber Dritten entstehen — zum Beispiel bei Beratern oder Ärzten. Die D&O Versicherung schützt dagegen Führungskräfte persönlich vor Haftungsansprüchen aus ihrer Leitungsfunktion im Unternehmen.

Welche Versicherungssumme ist für mein Unternehmen sinnvoll? +

Als Faustregel gilt: Die Versicherungssumme sollte mindestens dem Jahresumsatz des Unternehmens entsprechen — mindestens jedoch 500.000 €. Bei mittelständischen Unternehmen sind Summen zwischen 1 und 5 Mio. € üblich. Da jeder Fall individuell ist, kalkulieren wir die passende Summe gerne gemeinsam mit dir.

Deckt die D&O Versicherung auch Bußgelder und Strafen ab? +

Nein — Bußgelder, Geldstrafen und vorsätzlich herbeigeführte Schäden sind grundsätzlich nicht versicherbar. Die D&O deckt Vermögensschäden aus fahrlässigen Pflichtverletzungen. Strafrechtliche Verfahren werden durch den Managerstrafrechtsschutz begleitet, der die Verteidigungs­kosten übernimmt.

Kann ich als GmbH-Geschäftsführer eine persönliche D&O abschließen? +

Ja. Neben der firmenfinanzierten D&O („Company-D&O") gibt es die persönliche D&O, die du als Führungskraft selbst abschließt. Das ist besonders sinnvoll, wenn dein Unternehmen keine Firmen-D&O hat oder die Versicherungssumme der Firmenpolice nicht ausreicht.

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Berufshaftpflicht­versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/berufshaftpflichtversicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/berufshaftpflichtversicherung#comments Thu, 23 Apr 2020 18:30:00 +0000 Gewerbeversicherung Berufshaftpflichtversicherung Versicherung Haftpflicht Berufshaftpflicht https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/berufshaftpflichtversicherung Weiterlesen

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Als Freelancer oder Selbständiger bist du nicht über einen Arbeitgeber abgesichert. Du bist selber für die Konsequenzen deines Handelns und deiner Fehler verantwortlich. Du haftest für die Fehler, die dir unterlaufen. Und das sogar mit deinem gesamten Privatvermögen. Wir erklären dir, wie die Berufshaftpflichtversicherung dein Betriebs- und Privatvermögen bei Fehlern schützt. Und wie sie dich dabei unterstützt, deine Beziehung zu deinen Kunden zu schützen und wie Reputationsschäden verhindert werden.


Inhalt


Berufshaftpflichtversicherung (Berufshaftpflicht)

Die Berufshaftpflichtversicherung zählt zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt. Sie ist eine von mehreren gewerblichen Haftpflichtversicherungen. Eine existenzielle Absicherung für Freiberufler, Selbständige und Gewerbetreibende.

Sie ist so wichtig, dass sie sogar in manchen Berufen Voraussetzung für eine Zulassung ist. In diesen Berufen können durch Beratungs-, Behandlungs- oder Planungsfehler besonders schwerwiegende Schäden entstehen. Nicht nur finanzielle Schäden. Sondern auch Personenschäden. Per Gesetz sind Selbständige dazu verpflichtet, für Schäden aufzukommen, die ein Kunde durch ihr Verschulden erleidet. Die Berufshaftpflichtversicherung sichert dieses Risiko ab und kommt für die verursachten Schäden auf. Schäden, die vorsätzlich zugefügt werden, sind natürlich nicht versichert.

Der Sinn der Berufshaftpflicht besteht also darin, dich dabei zu unterstützen, für den Ausgleich deiner begangenen Fehler im Rahmen deiner beruflichen Tätigkeit einzustehen. Als sehr wichtiger Nebeneffekt können dadurch die Beziehungen zu deinen Kunden geschützt werden. Denn ein Kunde, bei dem du nicht für die Wiedergutmachung deines Fehlers einstehen kannst, wird sicherlich kein weiteres Mal mit dir zusammenarbeiten und dich auch nicht weiterempfehlen. Im Gegenteil. Es kann sogar passieren, dass er anderen von der Zusammenarbeit mit dir abraten wird. Deshalb hat die Berufshaftpflicht indirekt einen dritten Effekt: Sie bewahrt dich in solchen Fällen vor Reputationsschäden. Fehler passieren und sind nie schön, aber sie gehören zum Berufsleben dazu und deshalb versuche dich gegen Fehler und Schäden abzusichern, für die du aus eigener Kraft nicht finanziell einstehen kannst. Das stärkt nicht nur das Kundenverhältnis, sondern sichert auch Existenzen.

Aber so einfach ist die Erklärung der Berufshaftpflichtversicherung leider nicht. Jeder, der sich mit diesem Thema schon mal befasst hat, wird auf die Begriffe Betriebshaftpflichtversicherung und Vermögensschadenhaftpflicht gestoßen sein.


Berufshaftpflicht, Betriebshaftpflicht und Vermögensschadenhaftpflicht

Alle drei Versicherungen sind, wie es der Name verrät, Haftpflichtversicherungen. Um die Erklärung der Berufshaftpflicht zu vervollständigen, müssen wir uns erstmal anschauen, was eine Betriebshaftpflicht und was eine Vermögenschadenhaftpflicht ist.

Die Betriebshaftpflichtversicherung deckt Personen- und Sachschäden ab. Außerdem auch unechte Vermögensschäden. Unechte Vermögensschäden sind Schäden, die aus einem Personen- und Sachschaden resultieren. Ein Personenschaden entsteht, wenn z.B. ein Kunde in deinem Büro über lose herumliegende Kabel stolpert und sich dabei verletzt. Ein Sachschaden entsteht, wenn du z.B. ausversehen eine Tasse Tee über den Laptop deines Kunden verschüttest. Ein unechter Vermögensschaden besteht, wenn dein Kunde, der über das Kabel gestolpert ist, sich das Bein gebrochen hat und deshalb seiner selbständigen Arbeit nicht mehr nachgehen kann. Er hat dadurch finanzielle Einbußen. Also einen finanziellen Schaden, der das Resultat aus seiner Verletzung ist.

Neben den unechten Vermögensschäden gibt es aber auch echte Vermögensschäden. Ein echter Vermögensschaden besteht, wenn du z.B. deinen Kunden falsch berätst und ihm dadurch ein finanzieller Schaden entsteht. Oder wenn du z.B. durch das Hochladen eines Bildes auf deiner Webseite gegen das Urheberrecht verstößt. Dann ist ein reiner finanzieller Schaden entstanden. Ohne vorrangegangenen Personen- oder Sachschaden.

Eine Berufshaftpflichtversicherung deckt echte Vermögensschäden ab. Deshalb wird die Berufshaftpflicht auch manchmal Vermögensschadenhaftpflicht genannt. Eine Berufshaftpflicht kann aber auch eine Kombination aus Vermögensschadenhaftplicht und Betriebshaftpflicht sein. Das macht die Erklärung so kompliziert.

Kurz zusammengefasst:

  • Betriebshaftpflicht deckt Personen- und Sachschäden und unechte Vermögensschäden
  • Vermögensschadenhaftpflicht deckt echte Vermögensschäden
  • Berufshaftpflicht = Vermögenschadenhaftplicht

    ODER

  • Berufshaftpflicht = Vermögensschadenhaftpflicht + Betriebshaftpflicht

Letztendlich ist der Inhalt wichtiger als der Name. Deshalb teile deinem Berater immer alle deine Tätigkeitsbereiche mit und lass dich zu deinen persönlichen Risiken beraten. Als qualifizierter Versicherungsmakler wird er das für dich passende Produkt mit allen relevanten Bausteinen heraussuchen, sodass du gut versichert bist.

Gerne kannst du auch uns bei Fragen oder zu einer Beratung kontaktieren.


Für wen eine Berufshaftpflichtversicherung Pflicht und für wen sie sinnvoll ist

Die Berufshaftpflichtversicherung ist eine von wenigen Pflichtversicherungen. Zumindest für manche Berufsgruppen. Diese Berufsgruppen sind von gesetztes wegen oder über ihre Berufskammer dazu verpflichtet eine Berufshaftpflichtversicherung abzuschließen. Ohne diese dürfen sie ihren Beruf gar nicht ausüben.

Diese Verpflichtung begrüßen wir, vor allem in den Berufen, wo Menschen zu Schaden kommen können. Denn durch eine Absicherung ist nicht nur die finanzielle Existenz der versicherten Person gesichert, sondern (und das ist viel wichtiger) die Schadloshaltung bei berechtigten Schadenersatzansprüchen der geschädigten Person. Bei vielen Versicherungen geht es nämlich nicht nur darum, sich selber vor negativen Konsequenzen abzusichern. Es geht auch besonders darum, durch die Unterstützung der Versicherung in der Lage zu sein, einen Schaden, den du verursacht hast, wieder gut zu machen soweit er sich gutmachen lässt.

Beispiel an Berufsgruppen, für die eine Berufshaftpflichtversicherung Pflicht ist:

  • Ärzte
  • Anwälte
  • Apotheker
  • Architekten
  • Finanzanlagenvermittler
  • Hebammen
  • Immobilienmakler und -kreditvermittler
  • Ingenieure
  • Inkassobüros
  • Notare
  • Rechtsanwälte
  • Steuerberater
  • Physiotherapeuten
  • Versicherungsvermittler
  • Verwalter (Immobilie, Haus, Wohnungseigentümer Gemeinschaft)
  • Wirtschaftsprüfer

Neben den Berufsgruppen, für die eine Berufshaftpflichtversicherung Pflicht ist, gibt es auch Berufsgruppen, für die sie sehr sinnvoll ist. Denn gerade Freiberufler und Selbständige haben oft nicht genügend finanzielle Rücklagen, um begründete Schadensersatzforderungen bedienen oder unbegründete mit Hilfe eines Anwalts abwehren zu können. Dies kann dann je nach Höhe der Forderung ganz schnell die finanzielle Existenz kosten – beruflich und privat.

Beispiele an Berufsgruppen, für die eine Berufshaftpflichtversicherung sinnvoll ist:

  • Agenturen (Design-, Grafik-, PR-, SEO/SEA-, Werbeagenturen)
  • Berater
  • Betreiber von Apps, Onlineshops, Portalen, Webseiten
  • Datenschutzbeauftragte
  • Gutachter
  • IT Dienstleister
  • Sachverständige

Man kann generell sagen, dass eine Berufshaftpflichtversicherung (bzw. eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung) für alle Unternehmen der Dienstleistungsbranche sehr sinnvoll ist.

Neben den oben genannten Gründen gibt es noch weitere Gründe, weshalb eine Berufshaftpflichtversicherung Pflicht sein kann. Es gibt z.B. Auftraggeber, die als Grundvoraussetzung für eine Zusammenarbeit eine Berufshaftpflichtversicherung fordern. Sie lassen sich dies oftmals auch vertraglich bescheinigen. Der Auftraggeber sichert sich dadurch gegen gewisse Risiken ab. Er stellt u.a. sicher, dass Fehler, die du als Dienstleister begehst, ohne finanzielle Nachteile mit Sicherheit korrigiert werden können. Übrigens: wenn du solch einen Vertrag unterzeichnest, ohne eine Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen zu haben, kann dies rechtlich wie finanziell schwerwiegende Folgen für dich haben. Deshalb ist es wichtig, hier genau zu prüfen, was in den einzelnen Verträgen steht und auch den Punkt “Versicherungen” genau zu beachten.


Nicht nur Selbständige und Freiberufler benötigen eine Berufshaftpflichtversicherung

„Normale“ Angestellte sind über die Berufshaftpflichtversicherung des Unternehmens mitversichert. Arbeitnehmer können in Fällen der groben Fahrlässigkeit oder des Vorsatzes dem Unternehmen gegenüber haftbar gemacht werden. Allerdings ist diese Personengruppe haftungsprivilegiert und haftet daher nur sehr begrenzt.

Nachstehend aufgeführte Personengruppen haften für begangene Pflichtverletzungen unter Umständen mit ihrem privaten Vermögen und das in unbegrenzter Höhe. Dazu gehören z.B.:

  • Beauftragte für Arbeitsschutz, Compliance, Datenschutz, Sicherheit
  • Geschäftsführer
  • Interim-Manager
  • Mitglieder des Aufsichtsrates, Beirates
  • Prokuristen
  • Unternehmensleiter
  • Vorstände

Für diese Personengruppen gibt es aber auch eine Lösung der Absicherung: Die Directors and Officers Versicherung (D&O Versicherung) oder auch Managerhaftpflichtversicherung. Wenn du zu dieser Personengruppe gehörst, musst du die D&O Versicherung nicht zwangsläufig selber abschließen. Viele Unternehmen schließen eine D&O Versicherung für das gesamte Unternehmen ab und versichern dadurch ihre Mitarbeiter in Führungspositionen.


Schäden, die eine Berufshaftpflichtversicherung abdeckt

Damit deine Tätigkeit über deine Berufshaftpflichtversicherung abgesichert ist, musst du deine Tätigkeitsbereiche genau beschreiben. Denn nur dann besteht Versicherungsschutz im Rahmen deiner gesamten Unternehmenstätigkeit. Damit du weder über- noch unterversichert bist, sollte deine Berufshaftpflichtversicherung genau an deine Tätigkeitsfelder angepasst werden. Neben den versicherten spezifischen Fehlern, die sich aus den unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern ergeben, gibt es gewisse Schäden, die jede Berufshaftpflicht in Verbindung mit einer Betriebshaftpflichtversicherung abdeckt:

  • Sachschaden
  • Personenschaden
  • Vermögensschäden

Die Berufshaftpflichtversicherung prüft jede Schadensersatzforderung, die an dich gestellt wird. Wenn der Anspruch von der Sache und der Höhe her berechtigt ist, begleicht der Versicherer den Schaden. Ist der Anspruch unberechtigt, übernimmt der Versicherer Schadenabwehr. Wenn es sein muss, auch vor Gericht. Dies wird auch als passive Rechtschutzversicherung bezeichnet.

Der genaue Umfang der Leistungen einer Berufshaftpflichtversicherung hängt von dem Vertrag mit deinem Versicherer ab. Dies variiert von Versicherer zu Versicherer. Und kann auch innerhalb eines Versicherers je nach angebotenem Tarif und deinem Tätigkeitsfeld unterschiedlich ausfallen. Manchmal hast du auch die Möglichkeit, einzelne Bausteine der Versicherung abzuwählen oder andere zusätzlich zu integrieren. Zusätzliche Bausteine können Ansprüche abdecken, die z.B. daraus resultieren, dass du das im Kostenvoranschlag vereinbarte Budget überschreitest oder wenn du deine Hinweis- oder Aufklärungspflichten verletzt.

Ganz wichtig: die Berufshaftpflicht deckt nur Schäden ab, die durch die Ausübung deiner beruflichen Tätigkeit entstehen. Du solltest außerdem darauf achten, dass deine Berufshaftpflichtversicherung auch eine Nachhaftung beinhaltet. Manche Fehler, die du heute begehst, können erst Jahre später einen Schaden verursachen. Diese Spätschäden sollten mit abgedeckt sein. Gewisse Risiken aus deinem Tätigkeitsbereich können per se ausgeschlossen sein. Dies ist aber von Beruf zu Beruf unterschiedlich.


Fälle, für die du eine Berufshaftpflichtversicherung brauchst (Schadenbeispiele)

  • Wenn du einen Kunden berätst oder eine andere Dienstleistung anbietest und dein Kunde mit der Leistung nicht zufrieden ist
  • Wenn du vertrauliche Kundendaten verlierst
  • Wenn du gegen das Urheberrecht, Markenrecht, Wettbewerbsrecht verstößt
  • Wenn du falsch berätst

In all den oben genannten Fällen kann es dazu kommen, dass dein Kunde berechtigte oder unberechtigte Schadenersatzforderungen gegen dich erhebt. Deine Berufshaftpflicht prüft den Grund und die Höhe der Forderungen. Sind diese unberechtigt, wehrt sie die Forderungen ab. Sind sie berechtigt, begleicht sie die finanziellen Forderungen bis zu der vertraglich mit dir vereinbarten Summe.


Kosten für eine Berufshaftpflichtversicherung

Da jede Tätigkeit eines Gewerbetreibenden, Freiberuflers oder Selbständigen unterschiedlich ist, ist es wichtig, dass die Versicherung auf die eigene Situation und die Tätigkeitsfelder angepasst wird. Andernfalls kann es zu Deckungslücken kommen oder zu einer Überversorgung. Je nachdem welches Tätigkeitsfeld du ausführst, variiert die Höhe der Schäden, die du verursachen kannst. Deshalb richtet sich die Höhe deiner Berufshaftpflicht ganz besonders nach deinem Tätigkeitsbereich.

Neben dem Tätigkeitsbereich gibt es noch weitere Parameter, von denen die Beitragshöhe abhängig ist. Diese sind:

  • Umsatz oder Lohn- und Gehaltssumme oder Anzahl der Mitarbeiter
  • Höhe der Deckungssumme (Versicherungssumme)
  • Höhe der Selbstbeteiligung
  • Tätigkeit
  • Auslandsbezug, insbesondere USA
  • Etc.


Kostenbeispiele für die Berufshaftpflichtversicherung

Auch wenn die Höhe der Versicherungsprämie sehr individuell ist, wollen wir dir an Hand zweier Beispiele darstellen, wie viel ungefähr eine Berufshaftpflichtversicherung pro Monat kostet.

Beispiel: Selbständiger Rechtsanwalt

Der selbständige Rechtsanwalt aus unserem Beispiel hat einen Jahresumsatz von 100.000 Euro erreicht. Nach einer Beratung durch seinen unabhängigen Versicherungsmakler, entscheidet er sich für ein Angebot des Zielgruppenversicherers mailo Versicherung AG. Die Deckungssumme für reine Vermögensschäden liegt bei 1.000.000 Euro. Seine Selbstbeteiligung beträgt 1.000 Euro. Der selbständige Anwalt zahlt für seine Berufshaftpflicht mit den oben genannten Konditionen 65 Euro im Monat (inklusive Versicherungssteuer). Personen- und Sachschäden sind in diesem Fall über die Versicherung nicht abgedeckt. Zu empfehlen wäre dem Rechtsanwalt, dass er die Personen- und Sachschäden über eine zusätzliche Betriebshaftpflicht versichert.

Beispiel: Selbständiger Web Designer

Der selbständige Web Designer aus unserem Beispiel hat einen Umsatz von 120.000 Euro pro Jahr. Dieser möchte eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Da er ein Büro hat, möchte er sich außerdem auch durch eine Betriebshaftpflichtversicherung absichern. Er lässt sich von seinem unabhängigen Versicherungsmakler beraten und entscheidet sich für ein Angebot der HISCOX. Dort schließt er eine Berufshaftpflicht inkl. einer Betriebshaftpflicht habt. Die Deckungssumme der Berufshaftpflicht inkl. Betriebshaftpflicht liegt für Vermögensschäden bei 1.000.000 Euro und für Personen- und Sachschäden bei 10.000.000 Euro. Für die Berufshaftpflicht inkl. der Betriebshaftpflicht mit den oben genannten Konditionen zahlt der selbständige Web Designer 50 Euro im Monat (inkl. Versicherungssteuer und Startup Nachlass).

Gerne errechnen wir, wie viel eine Berufshaftpflicht für dich kostet. Melde dich einfach bei uns.


Services, die wir für dich anbieten

Wie du siehst, kann man gar nicht allgemeingültig definieren, was in einer Berufshaftpflichtversicherung enthalten ist. Wir hoffen aber trotzdem, dass wir dir mit der Erklärung weiterhelfen und das Thema vereinfachen konnten. Auch für die Betriebshaftpflicht bieten wir unsere Service+ an:

  • Wir prüfen, ob die Risiken aus deiner Tätigkeit mit deiner Berufshaftpflichtversicherung versichert sind
  • Wir prüfen, ob du durch die Kombination einzelner Bausteine in einem einzigen Deckungskonzept der Schutz optimiert werden kann
  • Wir betreuen dein Wachstum und optimieren die Verträge je nach Umsatz- und Risikoänderungen
  • Wir betreuen deine Schadenfälle und lassen diese auch durch eigene Kooperationsanwälte bewerten, wenn mit dem Versicherer unterschiedliche Ansichten vorliegen


Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.

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Betriebliche Altersvorsorge (bAV) – ein Ratgeber für Arbeitgeber https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/betriebliche-altersvorsorge https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/betriebliche-altersvorsorge#comments Tue, 21 Apr 2020 11:50:00 +0000 bAV Betriebliche Altersvorsorge Gewerbeversicherung Vorsorge Versicherung https://www.gruenderfinanz.de/versicherungen/betriebliche-altersvorsorge Weiterlesen

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In diesem Artikel erklären wir dir, was sich wirklich hinter der Bezeichnung betriebliche Altersvorsorge (bAV) verbirgt. Umgangssprachlich wird der Begriff nämlich oft nicht richtig benutzt.

Außerdem erfährst du, welche Vor- und Nachteile eine betriebliche Altersversorgung für Arbeitgeber und Mitarbeitende hat und wie du das Thema bAV sinnvoll für dein Unternehmen einsetzen kannst.

Mit diesem Wissen kannst du entscheiden, welches bAV Modell für deine Firma und Mitarbeitenden das richtige ist. Da die bAV ein sehr individuelles und manchmal komplexes Thema ist, kannst du dich bei speziellen Fragen auch gerne direkt bei uns melden.


Hier kannst du dir den gesamten bAV Ratgeber bequem als Podcast anhören:

Inhalt:

Was ist eine betriebliche Altersvorsorge genau?
Ist die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber Pflicht?
Durchführungswege der bAV
Umsetzung betrieblicher Altersversorgung in KMUs & Startups
Betriebliche Altersvorsorge als Direktversicherung
Ziel der Direktversicherung
So funktioniert die Einführung einer Direktversicherung
Erstellung einer Versorgungsordnung
Verhandlung eines Rahmenvertrags mit Versicherungsunternehmen
Wichtig: Arbeitgeber sind Versicherungsnehmer
Wichtige gesetzliche Regelungen für die bAV
Ab wann sich die betriebliche Altersvorsorge lohnt
So lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeitende
Wann sich die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber lohnt
Beispielrechnung: Die bAV als Direktversicherung
bAV Beispielrechnung: Klara vs. Otto
Vorteile & Nachteile der bAV für Mitarbeitende
Ein kleiner Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge Vorteile der bAV für den Arbeitgeber
Vorteile eines guten bAV Konzepts im Überblick
Betriebliche Altersvorsorge führt zu Kostenvorteilen für Arbeitgeber
Gute betriebliche Altersvorsorge als Benefit für Mitarbeitende
Grüne & nachhaltige betriebliche Altersvorsorge möglich
Risiken & Nachteile der bAV für Arbeitgeber
Haftungsrisiken der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitgeber
Risiken mit unabhängigen bAV-Experten minimieren
Anbieter für betriebliche Altersvorsorge, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten
Services, die wir für dich anbieten
Häufige Fragen zur betrieblichen Altersvorsorge
DIGITAL BAV bei Gründerfinanz


Was ist eine betriebliche Altersvorsorge genau?

Bei dem Begriff betriebliche Altersvorsorge – kurz bAV – handelt es sich um den Oberbegriff für alle Leistungen von Arbeitgeber an die Mitarbeitenden zwecks Altersversorgung, Versorgung bei Erwerbs- und Berufsunfähigkeit sowie Versorgung von Hinterbliebenen im Todesfall.

Allerdings denken bei der betrieblichen Altersvorsorge viele zuerst an die einfache Direktversicherung, bei der Mitarbeitende einen Teil ihres Bruttogehalts nutzen, um diesen Betrag in einen Versicherungsvertrag einzusparen. Diesen Vorgang nennt man Entgeltumwandlung.

Zudem sind Arbeitgeber verpflichtet, unter bestimmten Voraussetzungen einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent zu zahlen. Der verpflichtende Zuschuss liegt seit 2019 für neue Verträge immer bei mindestens 15 Prozent bis zu maximal 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West (BBG West).

Umgangssprachlich wird diese Form der Altersvorsorge auch bAV-Versicherung oder Betriebsrente genannt. Wobei die Betriebsrente genau genommen die Auszahlung aus einem Versorgungswerk oder einer Pensionskasse ist.

Ist die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber Pflicht?

Grundsätzlich gibt es keine gesetzliche Pflicht für Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden proaktiv eine betriebliche Altersvorsorge anzubieten oder auf die Möglichkeit hinzuweisen.

Aber Achtung: Sprechen Angestellte selbst die betriebliche Altersversorgung an, müssen Unternehmen die betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung ermöglichen. Wir empfehlen die Gestaltung der bAV als Benefit, um das bestmögliche Ergebnis für alle zu erreichen.

Wenn du wissen willst, wie so ein ideales Vorsorgekonzept für dein Unternehmen aussehen kann, dann melde dich bei uns:


Von der bAV profitieren ausdrücklich auch Geringverdiener wie Minijobber! Seit 2018 werden Arbeitgeber für Mitarbeitende, die weniger als 2.575 Euro brutto verdienen, zusätzlich unterstützt. Der Staat fördert die übernommenen Einzahlungen in die betriebliche Altersvorsorge hier sogar durch zusätzliche Steuerentlastungen.

Diese Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge gilt für alle Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung. Allerdings können Arbeitgeber immer selbst den Durchführungsweg festlegen und gestalten.


Durchführungswege der bAV

Die Leistungen der betrieblichen Altersvorsorge werden in fünf Kategorien zusammengefasst. Diese werden als Durchführungswege bezeichnet und sind im Betriebsrentengesetz geregelt.

Folgende Durchführungswege der bAV stehen dir als Arbeitgeber zur Verfügung:

  • Direktversicherung
  • Unterstützungskasse
  • Direktzusage
  • Pensionsfond
  • Pensionskasse


Umsetzung betrieblicher Altersversorgung in KMUs & Startups

Als die beiden gängigsten Wege der bAV sehen wir für KMUs die Direktversicherung und die Unterstützungskasse. Die anderen drei Durchführungswege sind aufgrund ihrer administrativen Komplexität, einem hohen Finanzbedarf sowie der Vielzahl von Haftungsrisiken für KMUs und Startups weniger praktikabel.

Die Direktversicherung bildet heutzutage die häufigste Form der betrieblichen Altersversorgung für Mitarbeitende. Dieser Durchführungsweg der bAV bietet viele tolle Optionen für Arbeitgeber, um die Altersvorsorge attraktiv und gewinnbringend zu gestalten.

Die Unterstützungskasse hingegen ermöglicht zusätzlich noch weitere flexible Gestaltungsmöglichkeiten, vor allem für die Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) Versorgung. Eine Vorsorge über eine Unterstützungskasse kann außerdem mit einer Direktversicherung kombiniert werden. Auf Wunsch beraten wir dich auch hierzu gerne.

Um den Rahmen dieses Ratgebers nicht zu sprengen, fokussieren wir uns im Folgenden auf die Direktversicherung aus Arbeitgebersicht.


Betriebliche Altersvorsorge als Direktversicherung

Die Direktversicherung ist die bekannteste und der meistverbreitete Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung. Laut dem Versicherungsverband GDV gibt es rund 8,8 Millionen Direktversicherungen in Deutschland (Stand 2022). Dadurch hat sich die Bezeichnung betriebliche Altersvorsorge bzw. bAV auch umgangssprachlich als Bezeichnung für die Direktversicherung etabliert. Die oben bereits kurz angesprochene Entgeltumwandlung findet i.d.R. auch bei der Direktversicherung statt.


Ziel der Direktversicherung

Das Ziel der Direktversicherung besteht für Mitarbeitende darin, sich über den Arbeitgeber eine zusätzliche betriebliche Altersversorgung aufzubauen. Das ist in der heutigen Zeit notwendig, da die gesetzliche Rente allein für viele nicht ausreicht. Eine Direktversicherung als bAV ist also ein wichtiges Mittel gegen eine mögliche Versorgungslücke durch die gesetzliche Rente und Altersarmut.

Als Arbeitgeber solltest du dir dieser Situation bewusst sein. Übernimm noch mehr Verantwortung für deine Mitarbeitenden und biete ihnen die Möglichkeit einer sinnvollen Direktversicherung an.

Unsere Empfehlung: Gestalte die Direktversicherung so, dass sie für dein Unternehmen als Tool zur Mitarbeiterbindung und Steigerung der Zufriedenheit genutzt werden kann. Auf diese Weise wird aus einer rechtlichen Verpflichtung eine fürsorgliche Qualitätsleistung, die nachhaltige Mehrwerte schafft.


So funktioniert die Einführung einer Direktversicherung

Nun bist du dir bewusst, dass eine bAV für dein Unternehmen sinnvoll ist und möchtest sie bei euch etablieren. Aber wie funktioniert die Einführung einer betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitgeber eigentlich?


Erstellung einer Versorgungsordnung

Bevor deine Mitarbeitenden eine Direktversicherung abschließen können, müssen vorab erstmal die Rahmenbedingungen geklärt werden. Diese sollten in einer Versorgungsordnung dokumentiert werden. Eine Versorgungsordnung ist das zentrale Regelwerk der bAV in Unternehmen.

Allerdings darf eine Versorgungsordnung nur mithilfe einer qualifizierten Rechtsberatung erstellt werden. Wir als unabhängige Versicherungsmakler begleiten unsere Kunden bei diesem Prozess. Dafür kooperieren wir mit ausgewählten Kanzleien sowie den Rechtsabteilungen der Versicherer für die professionelle und rechtssichere Erstellung der Versorgungsordnung.

In einer Versorgungsordnung werden diverse Rahmenbedingungen festgehalten:

  • Höhe des Arbeitgeberzuschusses
  • Umgang mit dem Zuschuss in entgeltfreien Zeiten (Krankheit, Mutterschutz, Kurzarbeit etc.)
  • Optionen bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses
  • Angebotene Durchführungswege
  • Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Behandlung der Beiträge
  • uvm.

Es ist sehr wichtig, dass ein Regelwerk für die betriebliche Altersvorsorge platziert wird, das zum Unternehmen passt. Es sollte die Mitarbeitenden motivieren, fördern und besonders auch die Haftung für dich als Arbeitgeber bestmöglich reduzieren.


Verhandlung eines Rahmenvertrags mit Versicherungsunternehmen

Nach der Erstellung der Versorgungsordnung handelt der betreuende Versicherungsmakler mit den gemeinsam ausgewählten Versicherungsunternehmen sogenannte Rahmenverträge aus.

In einem Rahmenvertrag werden z.B. Sonderkonditionen für deine Mitarbeitenden festgehalten. Das kann eine reduzierte Risikoprüfung bei Berufsunfähigkeit oder eine verbesserte Kostenstruktur sein.

Erst wenn der Rahmenvertrag abgeschlossen wurde, können Arbeitgeber ihren Mitarbeitenden die Direktversicherung zu den festgelegten Konditionen anbieten.


Wichtig: Arbeitgeber sind Versicherungsnehmer

Der Arbeitgeber nimmt die Rolle des Versicherungsnehmers ein. Er ist also der Vertragspartner des Versicherungsunternehmens. Der oder die Mitarbeitende ist hingegen die versicherte Person. In der Konsequenz bedeutet dies, dass angestellte Menschen nur über dich als Arbeitgeber eine Direktversicherung abschließen können.

Übrigens: Mitarbeitende müssen die Direktversicherung natürlich nicht annehmen. Sie können sich auch dagegen entscheiden. Sich selbst auf anderen Wegen und ohne Arbeitgeberzuschuss sowie Steuervorteile um die Altersversorgung zu kümmern, ist jedoch eine große Herausforderung. Denn ein gutes bAV-Konzept ist in aller Regel vorteilhafter als private Vorsorgemöglichkeiten (z.B. ETF-Sparpläne oder eigene Depots). Das langfristige Investieren in ETFs oder Aktien ist dennoch eine gute Möglichkeit, Vermögen aufzubauen. Ein privater Vermögensaufbau über den Aktienmarkt kann zwar eine betriebliche Altersvorsorge ergänzen, aber nicht ersetzen.


Wichtige gesetzliche Regelungen für die bAV

Das Thema betriebliche Altersvorsorge ist durchaus ein komplexes Feld. Wenn du dich tiefer mit den gesetzlichen Regelungen und Pflichten auseinandersetzen willst, schau dir diese Themen und Links an:


Ab wann sich die betriebliche Altersvorsorge lohnt

In jungen Jahren denkt man natürlich noch nicht an die Rente. Allerdings ist genau dann der beste Zeitpunkt, mit der bAV zu starten. Die Frage: “Lohnt sich eine betriebliche Altersvorsorge?" wird uns aber nicht ausschließlich von Mitarbeitenden gestellt. Auch für Arbeitgeber ist diese Frage hochrelevant.


So lohnt sich die betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeitende

Die betriebliche Altersvorsorge lohnt sich besonders dann für Mitarbeitende, wenn Arbeitgeber einen attraktiven Zuschuss leisten. Dann werden Förderquoten von ca. 60 bis 70 Prozent des Sparbeitrags erzielt (siehe Beispielrechnung). In diesen Fällen ist die betriebliche Altersvorsorge für Mitarbeitende aus unserer Sicht eine lohnende Investition für das Alter.

Wenn du als Angestellte oder Angestellter überlegst, ob sich die bAV für dich lohnt, dann solltest du nicht zu lange warten. Informiere dich zeitnah! Der beste Zeitpunkt für die bAV ist jetzt, weil du immer ab heute den längsten Weg zum Rentenbeginn hast. Denn in der Altersvorsorge ist die Laufzeit ein wichtiger Faktor für Sicherheit und Rendite.

Je jünger man ist, desto größer ist der Einfluss des Zinseszinses. Je älter man ist, desto wichtiger ist ein hoher Arbeitgeberzuschuss in der bAV. Die beste Kombination ist es, in jungen Jahren eine bAV mit hohem Zuschuss abzuschließen. Der frühe Vogel fängt den Zinseszins!

In einem höheren Alter muss man den Zinseszins sozusagen über den eigenen Beitrag aufholen. Wenn 47-jährige Mitarbeitende einen 100% Arbeitgeberzuschuss erhalten, lohnt sich die bAV trotzdem. Der Zinseszins-Effekt ist dann allerdings geringer.


Wann sich die betriebliche Altersvorsorge für Arbeitgeber lohnt

Ab wann sich die bAV für dich als Arbeitgeber lohnt, hängt davon ab, was du bewirken willst. Wenn du deine Mitarbeitenden nachhaltig bei ihrer Altersvorsorge unterstützen willst, solltest du ihnen einen Zuschuss von mindestens 30 Prozent geben.

Möchtest du hingegen die betriebliche Altersvorsorge als Mittel zur Mitarbeitergewinnung und -bindung nutzen, musst du dich von anderen Arbeitgebern abgrenzen. Das geht im Bereich bAV nur durch Leistungen, die sonst nur sehr wenige bieten. So könntest du beispielsweise auch einen Arbeitgeberzuschuss von 100% geben. Das bedeutet für jeden Euro Entgeltumwandlung, bezuschusst du die Direktversicherung ebenfalls mit einem Euro.

Welches Modell am besten zu deinem Unternehmen passt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel:

  • von der Mitarbeiterstruktur (Azubis, Kurzarbeiter, Voll- oder Teilzeit)
  • Anzahl der Mitarbeitenden
  • durchschnittliches Gehalt / Einkommen
  • Durchschnittsalter
  • usw.

Kontaktiere uns dazu gerne und wir erarbeiten gemeinsam ein bAV-Konzept zur betrieblichen Altersversorgung, das zu deinem Unternehmen passt. Deine Mitarbeitenden werden es wertschätzen!


Beispielrechnung: Die bAV als Direktversicherung

Stell dir vor, deine Mitarbeitende möchte 100 Euro in ihre Altersvorsorge einzahlen. Nennen wir sie Klara. Diese 100 Euro werden Klara von ihrem Bruttogehalt abgezogen (d.h. VOR Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen). 100 Euro Sparbeitrag zahlt Klara per Entgeltumwandlung jeden Monat direkt in ihre Direktversicherung ein.

Durch diese Umwandlung verringert sich das zu versteuernde Einkommen von Klara um 100 Euro. Deine Mitarbeitende spart dadurch die Steuern und Sozialabgaben ein, die sie bis dahin von den 100 Euro Brutto immer abgezogen bekommen hat.

Klara erhält zusätzlich noch einen Zuschuss von dir als Arbeitgeber. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach den Konditionen, die in der Versorgungsordnung deines Unternehmens festgelegt wurden. Wie hoch dieser Betrag in Euro ist, ist abhängig von mehreren Faktoren wie z.B. von der Höhe der Summe, die das Unternehmen einspart. Alles über 15 Prozent ist grundsätzlich eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers.

Zu Klaras 100 Euro gibst du als starker Arbeitgeber zusätzlich 30 Euro extra on top. Klara spart somit 130 Euro in ihren Altersvorsorge-Sparstrumpf ein, obwohl sie nur 53 Euro weniger am Ende des Monats ausgezahlt bekommt. Diese 53 Euro bezeichnet man als realen Aufwand der Mitarbeitenden.

Dank der Ersparnisse hat Klara am Ende des Monats nur ca. 53 Euro weniger Nettoeinkommen auf ihrem Konto als ihr Kollege Otto, der nichts für seine Vorsorge über die bAV eingezahlt hat.

Klara bekommt in unserem Beispiel deutlich über die Hälfte, nämlich 77 Euro, für ihre Altersvorsorge gefördert. Der Sparbetrag kann auf bis zu 322 Euro erhöht werden, die ebenfalls Steuer- und Sozialversicherungsgefördert sind (Stand Jahr 2025). Dieser Betrag ändert sich regelmäßig, wenn die BBG West angepasst wird.

Schauen wir uns Klaras bAV nun im Vergleich mit ihrem Kollegen Otto an, der keine bAV abgeschlossen hat. Der Einfachheit halber nehmen wir an, beide haben Steuerklasse 1, verdienen 3.500 Brutto im Monat und sind 1990 geboren. Sie haben beide keine Kinder und wohnen in NRW.


bAV Beispielrechnung: Klara vs. Otto

betriebliche Altersvorsorge bAV Beispielrechnung Klara vs Otto GruenderFinanz Versicherungsmakler

Als Basis für diese bAV-Beispielrechnungen nehmen wir an, dass der freiwillige Arbeitgeberzuschuss von Anfang an unverfallbar ist. Außerdem verdient die Mitarbeitende Klara unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze (BBG), sodass sie bis maximal 4 Prozent BBG West einzahlen kann. Das entspricht also Stand 2025 bis zu 322 Euro. 2024 waren es noch 302 Euro (mischfinanzierte Beträge inkl. Arbeitgeberzuschuss).

Vorteile & Nachteile der bAV für Mitarbeitende

Den großen Vorteil der Ersparnisse von Steuer und Sozialabgaben haben wir in der Beispielrechnung oben bereits erklärt. Auch den Arbeitgeberzuschuss haben wir häufig erwähnt.

Außerdem können Mitarbeitende auch die positiven Effekte des Zinseszinses für sich nutzen, je früher man mit der Einzahlung in die bAV beginnt. In diesem Fall gilt: Aus Zeit wird Geld. Das sind 3 wirklich gute Vorteile für Mitarbeitende, wenn sie diese Form der Vorsorge über dich als Arbeitgeber abschließen.

Wenn die angesparte Altersvorsorge dann später ausgezahlt wird, muss diese versteuert werden. Da Rentner aber aller Wahrscheinlichkeit nach einen geringeren Steuersatz haben als in der Festanstellung, ergibt sich daraus auch ein Vorteil. Zusätzlich müssen auf einen Teil der Rente auch Krankenversicherungsbeiträge gezahlt werden, die aber in der Ansparphase durch die komplette Sozialversicherungsersparnis stärker eingespart wurden. Je früher mit der bAV begonnen wurde, desto stärker wirken die Vorteile der Ansparphase.


Ein kleiner Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge

Der Vollständigkeit halber wollen wir auch den einzigen Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge erwähnen. Denn die bAV führt langfristig zu einer geringfügigen Reduzierung der gesetzlichen Rente im Alter.

Warum? Da ein Teil des Gehalts umgewandelt wird, wird dieser Anteil des Gehalts nicht für die gesetzliche Rentenversicherung angerechnet. Das bedeutet, dass man jeden Monat etwas weniger in die gesetzliche Rentenkasse einzahlt. Dadurch ergibt sich bis zum Renteneintritt eine geringere gesetzliche Rente.

Die 15 Prozent verpflichtender Arbeitgeberzuschuss wurden vom Staat eingeführt, um genau hier einen Ausgleich zu schaffen. Somit wird der Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge aufgefangen. Der Staat will schließlich Anreize schaffen, um die betriebliche Altersvorsorge zu stärken. Dieser Ansatz ist auch komplett richtig. Dadurch ist die bAV attraktiver und lohnenswerter geworden.

Unserer Auffassung nach sollte die bAV immer ein spürbarer Benefit eines Arbeitgebers sein. Das bedeutet: Die bAV sollte definitiv vorteilhafter als private Vorsorgelösungen über andere Versicherungen sein. Deshalb empfehlen wir immer, die bAV-Konzepte mit einem Arbeitgeberzuschuss von mindestens 30 Prozent anzubieten. So wird der kleine Nachteil der bAV mehr als wettgemacht!


Vorteile der bAV für den Arbeitgeber

Auch für den Arbeitgeber hat die bAV Vorteile. Denn als Arbeitgeber kannst du an manchen Stellen jeden Monat ein paar Euro sparen und damit deinen Zuschuss refinanzieren.


Vorteile eines guten bAV Konzepts im Überblick

  • großer Mehrwert für Mitarbeitende
  • teilweise Refinanzierung des Zuschusses durch Kostenvorteile
  • kann gut in Stellenausschreibungen als Benefit für neue Teammitglieder platziert werden
  • Tool zur Mitarbeitergewinnung
  • stärkt die Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen
  • grüne / nachhaltige betriebliche Altersvorsorge möglich


Betriebliche Altersvorsorge führt zu Kostenvorteilen für Arbeitgeber

Die Beträge des Gehalts, die deine Mitarbeitenden per Entgeltumwandlung für die bAV nutzen, sind nicht sozialversicherungspflichtig. Dadurch ist dein Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung ebenfalls etwas geringer. Somit zahlst du jeden Monat weniger Sozialabgaben, wenn deine Mitarbeitenden in die bAV einzahlen.

In der Regel entstehen ca. 20 Prozent Ersparnis bei den Sozialversicherungsbeiträgen auf Unternehmensseite. Außerdem gelten alle Ausgaben der Mitarbeiterversorgung als Betriebsausgaben, die du steuerlich geltend machen kannst. Somit kostet dich ein Zuschuss von 30 Prozent nach Verrechnung der Sozialversicherungsersparnis und Steuer nur ca. 15 Euro.


Gute betriebliche Altersvorsorge als Benefit für Mitarbeitende

Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass du die bAV als Tool zur Mitarbeitergewinnung und -bindung nutzen kannst. Allerdings kannst du das mit einem Pflichtzuschuss von 15 Prozent nicht als echten Benefit kommunizieren. Bei höheren Zuschüssen und einem individuellen bAV-Konzept wird das Feedback deiner (zukünftigen) Mitarbeitenden positiver sein.

Wir empfehlen grundsätzlich mindestens 30 Prozent Arbeitgeberzuschuss in der bAV. Dies ist für uns die magische Grenze, ab der auch die Vorteile für dein Team klar überwiegen. Übrigens hält die Verbraucherzentrale ebenfalls 30 Prozent (oder mehr) Zuschuss für richtig und wichtig.

Unsere Kunden bieten überwiegend bAV Konzepte mit einem Arbeitgeberzuschuss zwischen 30 und 100 Prozent an. Sie stärken dadurch nachweislich die Bindung der Mitarbeitenden an ihr Unternehmen. Ein gutes bAV-Konzept kann somit auch sehr gut in Stellenausschreibungen als Benefit für neue Teammitglieder platziert werden. Sie ist sogar als Benefit beliebter als Dienstwagen oder Yogakurse.


Grüne & nachhaltige betriebliche Altersvorsorge möglich

Wusstest du, dass es auch Möglichkeiten für eine nachhaltige betriebliche Altersvorsorge gibt? Hierbei wird das Kapital, das für die Altersvorsorge in die bAV eingezahlt wird, in nachhaltige Fonds investiert. Damit kannst du auch eine „grüne“ und nachhaltige Altersvorsorge in deinem Unternehmen etablieren.

Damit tust du nicht nur etwas Gutes für die Vorsorge, sondern auch noch für die Umwelt. In jeder Hinsicht eine wunderbare Investition in die Zukunft.

Vereinbare direkt einen Termin mit unserem bAV-Experten Holger Hegemann von GründerFinanz (a.k.a. „Grün der Finanz“) und erfahre, wie deine Altersvorsorge auf grün gestellt werden kann.



Risiken & Nachteile der bAV für Arbeitgeber

An dieser Stelle fragst du dich sicherlich, wo denn nun die Nachteile der betrieblichen Altersvorsorge für dich als Arbeitgeber aufgezeigt werden. Das machen wir an dieser Stelle, da wir die Nachteile eher als Risiken sehen. Die Risiken für den Arbeitgeber ergeben sich aus gewissen Pflichten in der bAV, denen man nachkommen muss.


Haftungsrisiken der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitgeber

Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, seine Mitarbeitenden über alle Vor- und Nachteile der bAV aufzuklären. Diese Pflicht bringt auch Haftungsrisiken mit sich.

Aufgrund des Gleichbehandlungsgrundsatzes darf der Arbeitgeber einzelne Mitarbeitende nicht schlechter stellen als andere. Niemand darf willkürlich von der betrieblichen Altersvorsorge ausgeschlossen oder schlechter gestellt werden.

Mitarbeitende deines Unternehmens können allerdings in Gruppen zusammengefasst werden. So kann z.B. der freiwillige extra Arbeitgeberzuschuss auch nach der Zugehörigkeit zum Unternehmen geleistet werden. Dann können z.B. Mitarbeitende im ersten Jahr 30 Prozent Arbeitgeberzuschuss auf ihren Einsatz bekommen und ab dem dritten Jahr dann 100 Prozent Arbeitgeberzuschuss.

Solche und andere Regeln rund um die betriebliche Altersvorsorge müssen in der oben erwähnten Versorgungsordnung für das Unternehmen festgehalten werden. Nur mit einer ordentlichen Versorgungsordnung minimierst du als Arbeitgeber das Haftungsrisiko.


Risiken mit unabhängigen bAV-Experten minimieren

Die Haftungsrisiken kannst du minimieren, wenn du einen auf bAV spezialisierten, unabhängigen Versicherungsmakler für die betriebliche Altersvorsorge in deinem Unternehmen an der Seite hast.

Bei diesem essentiellen Thema ist es wichtig, mit Experten zu arbeiten. Wir von GründerFinanz sind spezialisiert auf bAV-Konzepte für Startups, KMUs und Mittelständler. Außerdem arbeiten wir vertrauensvoll mit erfahrenen Anwaltskanzleien und den Rechtsabteilungen der Versicherer zusammen, um auch die rechtlichen Grundlagen der bAV wie die Versorgungsordnung zu erarbeiten.

Keine strukturierte bAV im Unternehmen zu haben, um die Risiken auszuschließen, ist im Grunde keine Option. Denn jeder Mitarbeitende hat auf Wunsch einen Anspruch auf die Entgeltumwandlung. Deshalb ist der einzige sichere Weg, den es gibt, das bAV-Konzept richtig umzusetzen und dabei noch den Mehrwert der Mitarbeiterbindung zu nutzen.

Wir beraten dich gerne. Melde dich bei uns.


Anbieter für betriebliche Altersvorsorge, mit denen wir vertrauensvoll zusammenarbeiten:


Ein Auszug der Anbieter mit denen wir, der Versicherungsmakler GründerFinanz, im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) arbeiten


Services, die wir für dich anbieten

Wie du siehst, ist die betriebliche Altersvorsorge ein tolles und spannendes, aber auch nicht ganz triviales Thema. Deshalb möchten wir dich und dein Unternehmen so gut wie möglich informieren und unterstützen.

Sowohl für Arbeitgeber als auch für Mitarbeitende bieten wir im Bereich der betrieblichen Altersvorsorge unser Service+ an. Gerne nehmen wir dir Arbeit ab, sodass du dich auf das Wesentliche im Unternehmen konzentrieren kannst. Wir erleichtern dir deinen Arbeitsalltag als deine ausgelagerte Versicherungsabteilung.

Betriebliche Altersvorsorge bAV Unsere Leistungen fuer Arbeitgeber GruenderFinanz Versicherungsmakler


Betriebliche Altersvorsorge bAV Unsere Leistungen fuer Mitarbeitende GruenderFinanz Versicherungsmakler 


Häufige Fragen zur betrieblichen Altersvorsorge

Was passiert mit den bAV-Beiträgen während der Elternzeit?

In der Elternzeit befinden sich Mitarbeitenden in einer sogenannten entgeltfreien Zeit. Während dieser Zeit bekommen sie keine Förderung über den Arbeitgeberzuschuss. Deshalb wird der Vertrag meist beitragsfrei gestellt. Das vorhandene Kapital im Vertrag wird währenddessen aber weiter verzinst. Nach der Rückkehr ins Unternehmen wird der Vertrag wieder aktiviert. Auch eine rückwirkende Zahlung nach Ende der Elternzeit mit dem nächsten Gehalt ist möglich. Wichtig ist, dass die Zahlung nur nachträglich erfolgen darf. Im Vorhinein ergäben solche Zahlungen eine Reduzierung des Elterngeldanspruchs.

Kann man die Beitragszahlungen für die betriebliche Altersvorsorge pausieren?

Ja, eine Beitragsfreistellung ist immer möglich. Natürlich wird dadurch auch die mögliche Altersrente reduziert. Aufpassen muss man hier, wenn man auch Bausteine der Berufsunfähigkeitsversicherung in den Vertrag integriert hat, weil eine Beitragsfreistellung unter Umständen dazu führen kann, dass man bei einer Aktivierung wieder eine neue Gesundheitsprüfung für diese Bausteine durchlaufen muss.

Müssen Arbeitgeber eine betriebliche Altersvorsorge anbieten und einen Zuschuss zahlen?

Ja, alle Mitarbeitenden haben auf Wunsch einen Rechtsanspruch auf die Entgeltumwandlung. Somit muss der Arbeitgeber eine Lösung anbieten, wenn Mitarbeitende das wünschen. Bei Neuverträgen müssen Unternehmen auch die Sozialversicherungsersparnis bis zu maximal 15 Prozent Arbeitgeberzuschuss mitgeben. Wir empfehlen aber immer eine bAV mit mindestens 30 Prozent Zuschuss anzubieten, um daraus einen spürbaren Benefit für Mitarbeitende zu machen.

Was kostet mich die betriebliche Altersvorsorge?

Durch den verpflichtenden Zuschuss von 15 Prozent denkt jeder Arbeitgeber, dass die bAV das Unternehmen viel kosten wird. Bei einem Zuschuss von 15 Prozent übersteigen die Sozialversicherungsersparnisse i.d.R. aber die Kosten. Damit deine Mitarbeitenden auch von der bAV nachhaltig profitieren, solltest du deshalb einen höheren Zuschuss gewähren. Wir empfehlen mindestens 30 Prozent. Auch Zuschüsse von 100% sind möglich. Das wäre eine Verdopplung des Sparbeitrags für deine Mitarbeitenden.

Muss ich nur bei Verträgen, die nach dem 1.1.2019 abgeschlossen wurden, 15 Prozent Zuschuss geben?

Bei allen Verträgen, die ab Januar 2019 neu abgeschlossen werden ODER neu in das Unternehmen übertragen werden, musst du mindestens einen Zuschuss von 15 Prozent geben. Seit dem 01.01.2022 muss der Zuschuss von 15 Prozent für alle bereits bestehenden Verträge gewährt werden.


DIGITAL BAV bei Gründerfinanz

Unsere DIGITAL BAV ist die optimierte, einfache und innovative Art der betrieblichen Altersvorsorge (bAV):

  • beinhaltet alle Leistungen, mit denen Unternehmen ihren Pflichten nachkommen
  • entlastet HR durch die Kombination aus digitalem Services & persönlicher Unterstützung
  • gute Altersvorsorge für Mitarbeitende - ohne Wenn und Aber
  • unsere DIGITAL BAV ist für Unternehmen im War for Talents ein Positionierungs-Vorteil


Dieser Artikel ist ein Informationsangebot und ersetzt keine persönliche und individuelle Beratung.

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